Was ist ein Insektenhotel?

Alexandra Huth 23. September 2015 1 Kommentar zu Was ist ein Insektenhotel?
Was ist ein Insektenhotel?

Insekten brauchen weit weniger als wir Menschen, um komfortabel zu wohnen. Mit einem Insektenhotel können wir sie schützen, beobachten und sogar noch von ihnen profitieren!

Was ist ein Insektenhotel?

Kurz gesagt: eine vom Menschen geschaffene Nist- und Überwinterungshilfe für Insekten. Insektenhotels bestehen meist aus Holz und können in ganz unterschiedlichen Größen gebaut werden. Sie bestehen oft aus einer Art Kasten, der senkrecht aufgestellt wird und mehrere Fächer enthält. Die Fächer werden mit verschiedenen Materialien (z.B. Holzspäne oder Ziegel) ausstaffiert, um unterschiedlichen Insektenarten ein Heim zu bieten. Ein Dach über dem Kasten schützt das Insektenhotel vor Wind und Regen und begründet auch seinen Namen, da es oft so aussieht, als würde ein kleines Haus oder eben Hotel in der Landschaft stehen.

Was bringt ein Insektenhotel?

Das Insektenhotel bietet eine Alternative zu den immer knapper werdenden natürlichen Lebensräumen der Insekten. Totholz oder Lehmhänge gibt es in der freien Natur kaum noch, da der Mensch immer intensiver in die Landschaft eingreift, auch Pestizide spielen da eine Rolle. Insekten sind aber sehr wichtig und nützlich, da sie Pflanzen bestäuben und Schädlinge wie Blattläuse fressen. So tragen sie entscheidend zum natürlichen Gleichgewicht unserer Umwelt bei. Wer sich also ein Insektenhotel in den Garten baut, genießt dabei viele Vorteile. Und selbst wenn euch der Vogelschutz eigentlich mehr am Herzen liegt, schafft ihr mit einem Insektenhotel eine neue Nahrungsquelle für eure gefiederten Freunde.

Wer wohnt in einem Insektenhotel?

Zu den Bienenarten, die ein Insektenhotel gern annehmen, gehört die Rote Mauerbiene oder die Seidenbiene, Maskenbienen und Pelzbienen. Auch friedliche Wespen wie die Erdwespe nisten gern in den engen Röhren, die man in einem Fach des Insektenhotels anlegen kann. Goldwespen oder Grabwespen nehmen auch gern hohle Schilfrohre an. All diese Insekten beim Nestbau zu beobachten, ist mit einem Insektenhotel sehr einfach und spannend.

Zwischen locker gesteckten Holzspänen fühlen sich verschiedene Käferarten und Fliegen wohl. Laufkäfer beispielsweise sind sehr nützliche Schädlingsbekämpfer. Sie brechen nachts klammheimlich auf und fressen Schnecken, Engerlinge, Raupen und Kartoffelkäfer. Die beliebten Marienkäfer nehmen sich Spinnmilben und Blattläuse vor und schützen so auch eure Pflanzen. Für sie könnt ihr übrigens auch ein Stück dichte Rinde in eurem Insektenhotel deponieren, darin nisten die Marienkäfer gern.

Verschiedene Ameisenarten könnt ihr mit trockenen Zapfen (z.B. von der Kiefer) in das Insektenhotel locken. Ameisen lockern die oberen Schichten der Erde, was im Garten durchaus nützlich ist, und ernähren sich unter anderem von Spinnen.

Wenn euer Hotel einen größeren, geschützten Hohlraum enthält, könnte es sogar sein, dass sich Schmetterlinge darin ansiedeln. Sie ziehen sich gern bei schlechtem Wetter oder auch im Winter an solche Orte zurück. Wäre es nicht schön, wenn eines Tages Zitronenfalter, Tagpfauenaugen und Aurorafalter aus eurem Insektenhotel flattern?

Wo stelle ich es am besten auf?

Der ideale Standort für ein funktionierendes Insektenhotel ist sonnig und wettergeschützt zugleich. So bekommen die Insekten die nötige Wärme für ihre Brut und sind gleichsam vor Feuchtigkeit geschützt. Auch dem Holz kommt so ein Standort zugute, da es nicht so schnell faulig wird. Achtet außerdem darauf, dass in der Umgebung eures Insektenhotels genug einheimische Blumen und Sträucher vorhanden sind, die ein großes Nahrungsangebot garantieren. Denn so schön man auch wohnt, ohne Essen macht es keinen Spaß.

>> Es gibt verschiedene Modelle und Bauanleitungen für Insektenhotels, man kann eine einfache Version anfertigen oder ein Hotel mit mehreren Fächern bauen, wie hier im Video vom NABU gezeigt:

Foto: Manu (Lizenz: CC BY-SA 2.0 – Bildausschnitt vom Original geändert) / flickr.com

 

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1 Kommentar

  1. Liticia Wehmut 6. Oktober 2018 um 10:38 Uhr

    Hallo,

    aus Erfahrungen kann ich und mein Mann sagen, dass sich die Anschaffung einer künstlich geschaffenen Nisthilfe (Insektenhotel) definitiv lohnt, insofern im eigenen Garten auch ein entsprechendes Nahrungsangebot vorhanden ist, denn Insekten benötigen ausreichend Blüten, um sich an derem Nektar zu bedienen.

    Fehlt dieses Nahrungsangebot, bleiben die Insekten (Wildbienen, Schmetterlinge etc.) eher aus.

    Herzlichst,
    Liticia

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