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Vogelwelt

Lappentaucher (Vogelfamilie)

Lappentaucher (Vogelfamilie)

Lappentaucher gehören zu den faszinierendsten Wasservögeln Europas. Mit ihren ausgezeichneten Tauchfähigkeiten, ihrem auffälligen Balzverhalten und ihrem eleganten Erscheinungsbild sind sie perfekt an ein Leben im Wasser angepasst. Die geschickten Schwimmer verbringen den Großteil ihres Lebens auf Seen, Teichen und ruhigen Gewässern, wo sie nach Nahrung tauchen und ihre Jungen auf schwimmenden Nestern großziehen.

Aussehen

Das Gefieder der Lappentaucher ist wasserabweisend. Während der Brutzeit zeigt es häufig leuchtende Farben an Hals und Kopf. Dazu kommen auffällige Hauben, Schöpfe oder Ohrbüschel. Im Schlichtkleid dominieren dagegen graue und braune Farbtöne.

Die kräftigen Beine der Lappentaucher sitzen weit hinten am Körper. Sie dienen sowohl als Antrieb beim Schwimmen als auch als Ruder beim Tauchen. Die Füße besitzen keine Schwimmhäute, sondern sogenannte Schwimmlappen. Diese klappen beim Vorwärtspaddeln zusammen, wodurch sich der Wasserwiderstand verringert. Beim Abstoßen öffnen sie sich und sorgen für einen kräftigen Vortrieb.

Äußerlich erinnern Lappentaucher zwar an Enten, dennoch unterscheiden sich beide Vogelfamilien deutlich voneinander. Besonders auffällig ist ihre Lage im Wasser. Da die Knochen der Lappentaucher weniger hohl sind als die vieler anderer Vogelarten, liegen sie sehr tief im Wasser. Je nach Art erreichen Lappentaucher eine Körpergröße von 24 bis 80 Zentimetern und ein Gewicht zwischen 130 und 1.700 Gramm.

Vorkommen und Verhalten

Lappentaucher kommen auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor. Die Vogelfamilie umfasst insgesamt 22 bis 23 Arten, von denen drei bereits ausgestorben sind. Arten in tropischen und subtropischen Regionen leben überwiegend als Standvögel. In gemäßigten Klimazonen treten häufig Teilzieher und Langstreckenzieher auf.

Lappentaucher zählen zu den wassergebundenen Tauchvögeln. Ein Tauchgang dauert zwischen fünf Sekunden und einer Minute und führt in Tiefen von einem bis vier Metern.

Die Vögel sind überwiegend tagaktiv und leben meist einzelgängerisch. Während der Brutzeit bilden sie monogame Paare. Die Eier werden in Schwimmnestern abgelegt, die auf dem Wasser treiben und durch Pflanzen wie Röhricht verankert sind.

Im 19. Jahrhundert galten die Federn der Lappentaucher als begehrtes Material für Textilien, weshalb die Tiere intensiv gejagt wurden. Besonders Hauben und Renntaucher waren stark betroffen. In einigen Regionen standen sie kurz vor der Ausrottung. Durch Schutzmaßnahmen im 20. Jahrhundert konnten sich viele Bestände wieder stabilisieren.

Auch heute stehen Lappentaucher vor großen Herausforderungen. Die zunehmende Wasserverschmutzung und der wachsende Bootsverkehr gefährden ihre empfindlichen Schwimmnester. Außerdem verfangen sich viele Tiere in Fischernetzen und ertrinken.

Heimische Arten

Haubentaucher

Der Haubentaucher ist die in Europa am weitesten verbreitete Art seiner Familie und zugleich ihr größter Vertreter. Charakteristisch ist seine auffällige Federhaube. In Deutschland befindet sich die höchste Dichte an Haubentauchern im Mecklenburgischen Tiefland.

Schwarzhalstaucher

Der Schwarzhalstaucher besitzt ein tiefschwarzes Gefieder mit kontrastierenden rostroten Federbüscheln. Besonders auffällig sind seine leuchtend roten Augen. In Deutschland gilt die Art als gefährdet. Ursachen dafür sind unter anderem die intensive Karpfenzucht sowie die Wasserverschmutzung durch Düngemittel, die die Nahrungssuche erschweren. Zudem gehört der Schwarzhalstaucher zu den Vogelarten, die voraussichtlich stark unter den Folgen des Klimawandels leiden werden.

Zwergtaucher

Der Zwergtaucher ist der kleinste Vertreter der Lappentaucher. Selbst ausgewachsene Tiere wirken auf den ersten Blick oft wie Küken. Die scheuen Vögel bevorzugen Gewässer mit dichter Ufervegetation, da diese ihnen geschützte Rückzugsorte für die Brut bietet.