Wenn Nesträuber den Nachwuchs bedrohen

Wenn Nesträuber den Nachwuchs bedrohen

Die Vögel im Garten springen unruhig umher, sie zetern und singen aufgeregt. Irgendwas liegt in der Luft: Vielleicht ist es die im Nachbarbaum sitzende Elster, oder der über den Wipfeln kreisende Sperber. Nesträuber bedrohen während der Brut den Vogelnachwuchs, doch mit ein paar kleinen Tricks könnt ihr euren gefiederten Gartenfreunden helfen.

Wer beraubt hier wen?

Klassische Nesträuber sind zum Beispiel Rabenvögel, Greifvögel oder Spechte. Auch Eulen bedienen sich häufiger in den Nestern anderer Arten. Sie haben es auf die Vogeleier und Jungtiere kleinerer Vögel abgesehen. Dabei sind sie meist nicht wählerisch, sondern schlürfen die Eier verschiedener Arten aus und fressen noch nicht flügge gewordene Vogeljunge. Doch die Vogeleltern wissen sich zu wehren: Mit Warnrufen, Anfliegen des Angreifers und gezielten physischen Attacken schützen sie ihre Jungen. Dabei legen sie sich auch mit körperlich überlegenen Eindringlingen an.

Bedrohung durch Säugetiere

Immer wieder wird über die Bedrohung unserer Singvögel durch Marder und Freigänger-Katzen diskutiert. Auch Eichhörnchen werden immer wieder in der Nähe von Vogelnestern gesichtet. Diese Säugetiere gehen vor allem in der Brutzeit regelmäßig auf Vogeljagd. Fest steht jedoch, dass sich die Vögel auf die Gefahr durch Landraubkatzen gut eingestellt haben. Sie warnen sich gegenseitig mit bestimmten Rufen, oder verunsichern den Angreifer mit Ablenkungsmanövern und führen ihn so vom Nest weg. Außerdem ist bei den meisten Vogelarten der Verlust von Jungtieren mit einkalkuliert, so grausam dies auch klingen mag. Wie ihr die Vogeleltern in eurem Garten bei der Verteidigung des Nachwuchses unterstützen könnt, lest ihr im folgenden Abschnitt.

Das könnt ihr tun

Wenn ihr den brütenden Vögeln einen Nistkasten zur Verfügung stellen wollt, könnt ihr auf eine besondere Bauweise achten. Es gibt Modelle, die dank vorgezogener Giebel als katzen- und mardersicher gelten. Direkt auf oder unter dem Giebel liegt das Einflugloch, sodass weder größere Vögel noch Säugetiere an den Nachwuchs gelangen können. Außerdem könnt ihr Brutkästen an unzugänglichen Hauswänden aufhängen, und an den entsprechenden Baumstämmen Marderabwehrgürtel befestigen. Das schützt die Vögel vor sportlichen Kletterern. Indem ihr schillernde Gegenstände wie CDs vor den Nistkästen aufhängt, könnt ihr Krähen und andere Rabenvögel fern halten.

Um die am Boden brütenden Tiere zu schützen, solltet ihr ausreichend Gebüsche aus heimischen Sträuchern, dornigen Hecken, Hochstaudenbeeten sowie Rankgerüsten in eurem Garten haben. Diese bieten den Vogeleltern die Möglichkeit, sich ein gutes Versteck für das Nest zu suchen. Außerdem dürft ihr im Brutzeitraum Hecken und Bäume nicht beschneiden, um die Nester nicht zu zerstören. Weitere Tipps gibt es unter www.garten-tiere.de.

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