Zeichen des Himmels – Unterscheidung von Zugvögeln

Zeichen des Himmels – Unterscheidung von Zugvögeln

Kranich, Kormoran, Graureiher und Höckerschwan sind nur eine kleine Auswahl der Vögel, die sich jedes Jahr auf den Weg in ihr Winterquartier machen. Da sie aber häufig über dem mitteleuropäischen Binnenland zu sehen sind, sollen sie als Beispiele für unseren kleine Anleitung zur Unterscheidung von Zugvögeln dienen. Viel Spaß beim Beobachten!

Bei der Unterscheidung von Zugvögeln ist längst nicht nur die Flugformation wichtig. Zwar fliegen manche Vogelarten am liebsten in V-Formation und andere in lockeren Bändermustern, aber wenn sich der Wind dreht oder ein erfahrener Altvogel an die Spitze des Zuges soll, ändert sich oft die ganze Formation – zur Verwirrung des Beobachters. Deshalb ist es wichtig, auch auf andere Kriterien zu achten, die in den folgenden vier Beschreibungen enthalten sind.

Unterscheidung von Zugvögeln – Kraniche

Kraniche fliegen meist in langen Bändern, Bögen und Keilen. Vor allem Formationen in Form der Zahl 1 oder des Buchstabens V sind sehr typisch und können im Herbst bei klarem Wetter oft beobachtet werden. Da jeder Kranich beim Fliegen immer wieder eine kurze Gleitphase einbaut, zieht sich eine Art Wellenbewegung durch die ganze Formation. Die Größe der Schwärme kann variieren, meist sind es zwischen 100 und 400 Vögel. An manchen Tagen starten aber auch regelrechte Massenzüge, die meist über 1000 Tiere stark sind. Bei gutem Rückenwind schrauben sich Kraniche immer höher in den Himmel und fliegen dann auch schneller. Auffällig sind die lauten, wehmütigen Zugrufe.

Kraniche

Unterscheidung von Zugvögeln – Kormorane

Kormorane bilden eher unübersichtliche Bänder und Keile, wobei oft mehr Tiere an der Spitze  des Zuges fliegen als am Ende. Wie bei den Kranichen sieht man Wellenbewegungen im Schwarm, die auf Gleitphasen im Flug zurückzuführen sind. Kormorantrupps können unterschiedlich groß sein und fliegen auch bei schlechterem Wetter, wobei sie oft Flussläufen folgen. Nicht selten lassen sie sich nachts auf Teichen und Seen nieder, um dort auszuruhen. Kormorane wirken dunkler als Kraniche und fliegen schneller. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal: Kormorane ziehen stumm.

Kormorane

Unterscheidung von Zugvögeln – Graureiher

Graureiher sind in deutlichen Reihen oder V-Formationen unterwegs. Ihre Flügel wirken schwer, die FLugbewegungen langsam und lappig. Von hinten sieht ein Graureiher wie der typische Vogel auf Kinderzeichnungen aus: angehobener Arm, hängende Flügelspitze. Der kräftige Hals wird nach hinten gelegt, so dass unter dem Schnabel eine Art runder Bug entsteht. Die gerade nach hinten gestreckten Beine überragen den Schwanz ein wenig. Graureiher sind mit lauten, kreischenden Zugrufen unterwegs, was sie von den stummen Silberreihern unterscheidet. Silberreiher wirken außerdem eleganter und fallen durch ihr hell weißes Gefieder auf.

Graureiher

Unterscheidung von Zugvögeln – Höckerschwan

Langsam und elegant auf einem See schwimmend: So hat sicher jeder schon mal einen Höckerschwan erblickt. In ihrer locker gestreuten Flugformation wirken die Vögel sehr groß. Auffällig sind die langen Flügel, der ausgestreckte Hals und der spitze Schwanz, welcher allerdings nicht von den Füßen überragt wird. Das wohl wichtigste Merkmal ziehender Höckerschwäne sind die lauten, wimmernden Fluggeräusche, die von Laien manchmal auch für Rufe gehalten werden. Achtung: Höckerschwäne werden leicht mit Singschwänen verwechselt. Letztere haben aber einen gelb-schwarzen Schnabel, beim Höckerschwan ist er orange-schwarz. Außerdem überragen die Füße der Singschwäne ihre eher runden Schwänze.

Höckerschwan

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