Der Bermuda-Sturmvogel – Einer der seltensten Meeresvögel der Welt

Der Bermuda-Sturmvogel – Einer der seltensten Meeresvögel der Welt

Wer in seinem Leben einen Bermuda-Sturmvogel in der freien Natur zu Gesicht bekommen hat, kann sich glücklich schätzen. Denn der Vogel aus der Familie der Sturmvögel galt als nahezu ausgestorben und ist weltweit nur noch mit sehr wenigen Tieren vertreten.

Aussehen

Das Gefieder des Bermuda-Sturmvogels ist unauffällig: Auf dem Kopf trägt er eine braun-graue Kappe, und auch der Nacken, die oberen Flügeldecken und der Schwanz sind von brauner Farbe. Die Brust und der Bauchbereich sind weiß, genauso wie die Unterseiten der Flügel. Über den Augen befinden sich schmale weiße Streifen, die wie Augenbrauen aussehen.

Weiterhin ist der Schnabel des Bermuda-Sturmvogels schwarz und sehr spitz, die Beine heben sich in hellem Rosa ab. Die Flügel erreichen ausgebreitet eine Länge von 90 cm. Damit ist die Art etwas kleiner als der Eissturmvogel. Im Flug ist der Bermuda-Sturmvogel kaum vom Teufelssturmvogel oder dem Großen Sturmtaucher zu unterscheiden.

Vorkommen

Der seltene Sturmvogel brütet fast ausschließlich auf den Bermuda-Inseln. Daher gilt er hier auch als Nationalvogel. Außerhalb der Brutzeiten ziehen die Vögel nach Norden und zu den wärmeren Gewässern auf der westlichen Seite des Golfstroms. Auch in Kanada tauchen immer wieder Sturmvögel auf.

Verhalten und Wissenswertes

Glaubt man den Aufzeichnungen der Seefahrer aus dem 17. Jahrhundert, war der Bermuda-Sturmvogel damals zahlreich auf den Bermuda-Inseln vertreten. Englische Siedler hatten 1614 an einer der Inseln angelegt und sich so lange von den Vögeln ernährt, bis es kaum noch welche gab. Die Art galt als ausgestorben, bis Ornithologen Anfang des 19. Jahrhunderts ein Exemplar entdeckten. Heute gibt es etwa 335 Tiere weltweit. Diese Vögel stehen unter besonderem Schutz und ihre Populationsentwicklung wird genau beobachtet. Denn die größte Bedrohung liegt in der Konkurrenz zu anderen Seevögeln, dem Mangel an Fisch und der Zunahme von Wirbelstürmen, die die Inseln heimsuchen.

Ursprünglich hat sich der Bermuda-Sturmvogel seine Bruthöhle selbst in die Erde gegraben – Da sein Lebensraum heute jedoch stark gefährdet ist, müssen künstliche Rückzugsorte in Kalksteinfelsen geschaffen werden. Innerhalb einer Kolonie brüten die Vogeleltern über einen Zeitraum von rund 50 Tagen ein einziges Ei pro Vogelpaar aus. Ist das Jungtier flügge geworden, fliegt es davon und kehrt erst nach 4 Jahren zum Brutplatz zurück. Dank der Schutzmaßnahmen auf den Bermuda-Inseln, die auch die Brutkontrolle beinhalten, könnt ihr in diesem Video beobachten, wie ein Jungtier schlüpft.

Um Tintenfische, Krebstiere und kleine Fische zu jagen, legen die Bermuda-Sturmvögel Strecken von bis zu 5000 km zurück. Auf ihrer Nahrungssuche überqueren sie meist den Golfstrom. Haben sie einen Fischschwarm gesichtet, stürzen sie sich pfeilschnell ins Wasser. Größtenteils jagen die Vögel nachts, in kleineren Gruppen oder mit anderen Seevögeln gemeinsam.

 

Foto: n88n88 (Lizenz: CC BY 2.0)

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