Fitis – kleinster Langstreckenzieher

Fitis – kleinster Langstreckenzieher

Der Fitis heißt mit vollem Namen Fitislaubsänger und hält sich in den Sommermonaten gern in unseren Parks und Wäldern auf. Wird es kälter, schwingt er sich als einer der kleinsten Zugvögel Richtung Sahara in die Lüfte.

Aussehen

Der Fitis wird etwa 13 cm lang und ist ein eher kugeliger, kleiner Singvogel aus der Familie der Grasmückenartigen. Kopf und Rücken sind braun mit einem Stich ins Olivgrüne, Brust und Bauch sind weiß bis blassgelb. Oft ist am Kopf ein gelblicher Überaugenstreif zu erkennen, die Augen selbst sind dunkel, der kurze Schnabel spitz und leicht rötlich. Männchen und Weibchen sehen gleich aus.

Fitisse ähneln zum Leidwesen aller Hobbyornithologen sehr dem Zilpzalp, aber es gibt einige Anhaltspunkte, die bei der Unterscheidung helfen. Den Überaugenstreif erkennt man beim Fitis meist deutlicher, außerdem sind seine Beine heller als die des Zilpzalps.

Vorkommen

Zwischen April und September ist der Fitis in großen Teilen von Mittel- und Nordeuropa zu finden. Das Verbreitungsgebiet zieht sich von Frankreich über Großbritannien bis nach Ostsibirien.Wo umfangreiche Bepflanzungen durchgeführt werden, siedelt er sich auch durchaus neu an, wie etwa auf den Friesischen Inseln. Der deutsche Bestand wird auf etwa 2 Millionen Brutpaare geschätzt, der Bestand kann allerdings stark schwanken, was meist von Klimaveränderungen abhängt.

Naht der Winter, ziehen Fitisse in ihr ihnen angeborenes Winterquartier, südlich der afrikanischen Sahara. Dabei legen sie mit ihren bescheidenen 20 cm Flügelspannweite bis zu 13.000 Kilometer zurück!

Vogelbeobachtungs-Tipps

Der Fitis ist nicht zuletzt deshalb so gut verbreitet, weil er sich an verschiedene Lebensräume anpassen kann. Laub-, Misch- und Auwälder sind zwar als Lebensräume sehr beliebt, aber auch Parks, Gärten, Friedhöfe oder Gewässerufer werden gern angenommen. Somit habt ihr in den verschiedensten Arealen die Chance, einen Fitis zu sichten.

Falls ihr aber gerade kein Fernglas zur Hand habt, könnte die Unterscheidung vom Zilpzalp schwierig werden. Da hilft glücklicherweise der Gesang, denn wenigstens in diesem Punkt sind die beiden Vogelarten nicht einer Meinung! Der Gesang des Fitis klingt wie eine weiche, sanft abfallende Melodie aus hellen Tönen, während der Zilpzalp bekannterweise seinen eigenen Namen ruft („zilp-zalp“).

Im Garten ist der Fitis übrigens ein nützlicher Zeitgenosse, da er Insekten und Spinnen von den Pflanzen klaubt. Da kann man ihm die Beeren und Früchte, die er im Sommer zusätzlich stibitzt, schon gönnen.

Foto: Ron Knight (Lizenz: CC BY 2.0)

 

Diesen Artikel empfehlen

Diskutieren Sie über diesen Artikel