Mittelmeermöwe – Gelbbeiniger Bodenbrüter

Mittelmeermöwe – Gelbbeiniger Bodenbrüter

Die Mittelmeermöwe ging als neue Art aus der Silbermöwe hervor. Wie der Name schon sagt, brütet sie am liebsten im mediterranen Raum.

Aussehen

Als typische Großmöwe braucht auch die Mittelmeermöwe einige Zeit, um ihr adultes Federkleid zu erreichen. Im Jugendkleid ist sie noch graubraun mit schwarzem Schnabel und beigen Beinen. Im zweiten Winter ihres Lebens bekommt sie bereits hellere Federn und auch der Schnabel beginnt, sich aufzuhellen. Nach drei Wintern ähneln die jungen Möwen bereits erwachsenen Vögeln, haben aber oft noch eine braune Strichelung am Kopf und noch keinen komplett gelben Schnabel.

Im adulten Brutkleid sind Kopf, Hals, Nacken und die Bauchseite rein weiß. Der kräftige, deutlich gerundete Schnabel ist kräftig gelb mit einem rötlichen Fleck im vorderen Bereich (Gonysfleck). Die Iris ist ebenfalls gelb und von einem roten Ring umgeben. Auf der Oberseite und an den Flügeloberseiten findet sich ein kräftiges Hellgrau, nur die Spitze des Handflügels ist schwarz. Die Flügel reichen deutlich über das schlanke Hinterteil hinaus. Die Beine sind recht lang und genau wie die Füße leuchtend gelb.

Vorkommen

Unser Vogel der Woche brütet an Küsten, Binnenseen, Flüssen und Feuchtgebieten in Südeuropa. Schwerpunkte liegen an der Donau, der Isar und am Inn. Teilweise besiedeln die Möwen auch die spanische und afrikanische Atlantikküste.

Die Mittelmeermöwe profitiert von der Klimaerwärmung und breitet sich immer weiter nach Mitteleuropa aus. Einige kleinere Gruppen brüten in Bayern, zum Beispiel am Altmühlsee. Die Möwen sind Kulturfolger und kommen daher auch immer häufiger in Siedlungen vor.

Verhalten und Wissenswertes

Die Mittelmeermöwe gilt noch nicht lange als eigene Art. Zuerst rechnete man sie zur Silbermöwe und bezeichnete sie dann als Weißkopfmöwe. Nach neueren Untersuchungen konnte man diese Art wiederum in zwei neue aufspalten: die Steppenmöwe und die Mittelmeermöwe. Kein Wunder, dass es ganz schön knifflig ist, diese beiden zu unterscheiden. Wenn ihr euch dazu näher belesen wollt, findet ihr beim Dachverband Deutscher Avifaunisten eine ausführliche Bestimmungshilfe.

Der Speiseplan der Mittelmeermöwe ist vielfältig. Sie ernährt sich von Fischen, Würmern, Schnecken und Krustentieren, erbeutet aber auch Insekten, Vögel, kleine Säugetiere oder Aas. Wo sie in der Nähe des Menschen lebt, durchsucht sie auch Abfall nach Futter.

Unser Vogel der Woche ist Bodenbrüter und baut sein Nest gern auf Kiesbänken, Brutflößen oder Stegen. Es gibt nur eine Brut pro Jahr, das Gelege besteht meist aus zwei oder drei Eiern. Nach einem knappen Monat Brutzeit schlüpfen die Jungen. Bis sie allerdings flugfähig sind, dauert es weitere 35 bis 40 Tage.

 

Foto: Mike Prince (Lizenz CC BY 2.0)

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