Sanderling – Wendiger Wellenjäger

Sanderling – Wendiger Wellenjäger

Entspannung am Strand ist nichts für den Sanderling: Immerzu ist der silbergraue Schnepfenvogel auf der Jagd nach Wellen. Und das auf den Stränden der ganzen Welt.

Aussehen

Obwohl der Sanderling als Schnepfenvogel aus der Ordnung der Watvögel viele Verwandte hat, ist er leicht von ihnen zu unterscheiden. Der etwa zwanzig Zentimeter große Vogel sticht mit seinem silbergrauen Wintergefieder aus der Masse der Strandvögel heraus. Da der Sanderling zumeist nur den Winter in Deutschland verbringt, werdet ihr ihn vermutlich nur in seinem hellen Winterkleid sehen. Die Flügel sind dabei dunkel gescheckt und der Bauch schneeweiß. Im Sommer hingegen trägt der Sanderling ein bräunlich gemustertes Gefieder, das anderen Watvögeln ähnlicher ist. Im Winter wie im Sommer sind sein Schnabel und seine dreizehigen Krallen schwarz.

Vorkommen

Im Winterhalbjahr fällt der Sanderling in großen Schwärmen an der Nordsee ein. An der Ostsee und im Binnenland ist er mit wenigen hundert Exemplaren eher eine Ausnahmeerscheinung. Auf häufigsten anzutreffen ist er an flachen Sandstränden. Diese bevölkert er nicht nur an der Nordsee, sondern praktisch auf der ganzen Welt, von Nordamerika bis in die Tropen. Zum Brüten zieht er hingegen in die Arktis, wobei ein kleiner Teil als Standvögel in den Winterquartieren bleibt. Seine Liebe zu Stränden könnte dem Sanderling leider zum Verhängnis werden: Da auch wir Menschen Strände lieben, muss der kleine Watvogel immer mehr Lebenraum an uns abtreten.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Am Strand ist der Sanderling immerzu in Bewegung. In kleinen Gruppen jagt er unermüdlich den Wellen hinterher. Doch das ist mehr als nur ein Spiel: Im aufgewirbelten Sand findet er aufgespülte Krebse und Würmer, also seine Hauptnahrungsquelle. Der Sanderling hat sich daher zum professionellen Wellenfänger entwickelt: So geschickt weicht er den Wellen aus, dass er nur ganz selten einmal auffliegen muss. Die Technik hat er so perfektioniert, dass man sich fast fragt, ob der hübsche Sanderling nicht doch ein mechanisches Spielzeug ist, das ein Kind am Strand vergessen hat.

Foto: Dawn Beattie (Lizenz: CC BY 2.0) / flickr.com

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