Wachtel – Mehr als ein Gericht

Wachtel – Mehr als ein Gericht

Nicht sehr lieb: Manche Vögel kennen wir nur, weil wir sie gerne essen. Wachteln zum Beispiel aßen schon die Israeliten in der Bibel und auch heute ist der Verzehr für die meisten die erste Assoziation mit Wachteln. Dabei haben die kleinen Hühnervögel viel mehr zu bieten.

Aussehen

Die Wachtel (coturnix coturnix) ist mit ihren 15 bis 20 Zentimetern der kleinste Hühnervogel Europas. Wegen ihrer Größe, aber auch wegen ihres Aussehens, wird sie oft übersehen. Wenn man sie sieht, ist sie mit ihrem gedrungenen Körper, den kurzen Beinen und dem kleinen, gebogenen Schnabel jedoch leicht zu erkennen. Außerdem ist die Wachtel in Europa mit keiner anderen Art zu verwechseln. Das Gefieder der Wachtel ist graubraun und von schwarzen und orange-roten Strichen durchzogen. Über den Kopf ziehen sich abwechselnd helle und dunkle Streifen.

Vorkommen

Die Wachtel ist in fast ganz Europa, Westasien und Teilen Afrikas verbreitet. Als Bodenvogel brütet sie dort auf Wiesen und Äckern, in Steppen und im niedrigen Buschland. Wachteln brauchen in ihrem Lebensraum viel Bewuchs, um sich vor Feinden zu verstecken. Die Brutzeit der europäischen Wachteln liegt meist zwischen Ende Mai und Juli, im Spätsommer ziehen sie dann in ihr afrikanisches Winterquartier. Obwohl die europäischen Bestände der Wachtel rückläufig sind, wird sie von der IUCN derzeit nicht als gefährdet eingestuft. Die Gefährdung der deutschen Wachteln kann man auf Lebensraumzerstörung und die Jagd zurückführen: Die Wachtel wird von jeher wegen ihrer Eier und ihres Fleisches geschätzt, auch als Ziervogel wird sie gehalten. In manchen Ländern sagt man den Wachteleiern sogar eine dubiose Heilwirkung nach. In Deutschland ist die Wachtel-Jagd allerdings seit Langem verboten.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Wachteln sind sehr unauffällige Tiere und zeigen sich Vogelbeobachtern nur selten. Da sie mit ihrem tarnfarbenen Gefieder im Laub kaum zu sehen ist, verlasst ihr euch bei der Vogelbeobachtung lieber auf euer Gehör. Bezeichnend für die Wachtel ist der so genannte Wachtelschlag, ein dreiteiliges pick-werwick, welches vier bis sieben Mal wiederholt und vom Weibchen mit einem grugru erwidert wird. Der Wachtelschlag ist manchmal bis zu einem halben Kilometer weit zu hören und somit kein schlechter Anhaltspunkt für den Aufenthaltsort einer Wachtel. Die besten Tageszeiten für die Wachtel-Beobachtung sind Morgen- und Abenddämmerung: Dann kann der findige Vogelbeobachter den kleinen Vogel beim Balzen entdecken.

Foto: © Guérin Nicolas (CC Lizenz)

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2 Kommentare

  1. Tom Rabe 27. Mai 2014 um 19:45 Uhr

    Das sind keine euopäischen Wachteln. Wahrscheinlich sind es überhaupt keine Wachteln, sondern Flughühner. Vermutlich haben Sie Braunbauchflughühner (Pterocles exustus) aus Flickr gefischt. Da mussman vorischtog sein, die meisten Fotgrafen kennen sich nicht wirklich mit Vogelbestimmung aus. Auch wenn es an der Voliere dransteht.

    • Christian Kolbe 8. August 2014 um 09:59 Uhr

      Hallo Tom, vielen Dank für deinen Hinweis. Das ist uns wohl durchgerutscht. Ich habe mich nochmal umgesehen und das Bild ausgetauscht. Beste Grüße aus der Redaktion!

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