Weißbart-Seeschwalbe – Koloniebrüter mit Schwimmnest

Weißbart-Seeschwalbe – Koloniebrüter mit Schwimmnest

Die Weißbart-Seeschwalbe ist ein geselliger Brutvogel – man kann sie vor allem an größeren Gewässern antreffen, wo sie schwimmende Nester baut.

Aussehen

Die Weißbart-Seeschwalbe wird etwa 25 Zentimeter lang und erreicht eine Flügelspannweite von rund 70 Zentimetern. Gemeinsam mit zwei anderen Arten (Trauerseeschwalbe und Weißflügel-Seeschwalbe) bildet sie die Gattung der Sumpfseeschwalben. Im Prachtkleid ist das Gefieder an Brust, Bauch und Rücken grau, wobei die Färbung am Bauch etwas dunkler und intensiver ist. Der Schnabel und die Beine heben sich in kräftigem Rot ab. Die Unterflügel und der Bürzel sind hell gefärbt. Viel besser erkennt ihr allerdings die weiße Färbung der Wangen, die sich scharf von der grauen Brust abheben. Nach oben hin werden sie vom tiefschwarzen Scheitel begrenzt, dessen Farbe bis in den Nacken reicht.

Von ihren beiden Verwandten lässt sich die Weißbart-Seeschwalbe recht gut unterscheiden, vor allem durch das insgesamt hellere Gefieder und den tiefroten Schnabel. Im Schlichtkleid wird es schon kniffliger, denn dann fehlen die schwarze Kopfplatte und der rote Schnabel, der Vogel wirkt insgesamt blasser. Den hölzern knarrenden Ruf kann man manchmal mit dem des Wachtelkönigs verwechseln.

Vorkommen

Unser Vogel der Woche brütet in einem weitläufigen Gebiet, das sich von Europa und Asien bis nach Afrika und Australien erstreckt. In den USA kommt die Weißbart-Seeschwalbe nicht vor. Wo sie brütet, sind die Gebiete meist nicht zusammenhängend, sondern in viele kleine „Inseln“ zersplittert. In Deutschland ist die Art selten; die bekanntesten Brutregionen hier sind Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Die Art besiedelt vor allem größere Gewässer mit viel Uferbewuchs. In diesen Lebensräumen werden die Vögel daher häufig durch Tourismus und Wassersport gefährdet.

Verhalten und Wissenswertes

Unser Vogel der Woche ist ein geschickter Baumeister und fertigt schwimmende Nester, die manchmal durch Schwimmpflanzen von unten gestützt werden. Als Baumaterial kommen lange Halme von Binsen und Rohrkolben zum Einsatz, da sie besonders schwimmfähig sind. Ganz fertig ist so ein Nest nie, denn durch das Gewicht von Eiern und Jungvögeln muss es ständig weiter ausgebaut werden. Im Mai legt das Weibchen meistens drei braun-grün gefleckte Eier und bebrütet sie gemeinsam mit dem Männchen, etwa 18 Tage lang. Ende Juli sind die Jungvögel flügge, trotzdem füttern die Eltern sie noch eine Weile. Weil die Vögel meist in Kolonien (oft gemeinsam mit Trauerseeschwalben) brüten, herrscht dann ein munteres Durcheinander großer und kleiner Vögel.

Die Nahrung der Weißbart-Seeschwalbe besteht hauptsächlich aus Insekten, die sie geschickt über der Wasseroberfläche oder von Pflanzen schnappt. Kleine Fische, Frösche und Krebstiere stehen ebenfalls auf dem Speiseplan.

Titelfoto: lonelyshrimp

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