Wüstensteinschmätzer – Genügsames Langbein

Wüstensteinschmätzer – Genügsames Langbein

Aussehen

Der Wüstensteinschmätzer wird etwa 15 Zentimeter groß und fällt durch seine aufrechte Haltung und die langen Beine auf. Beim Männchen ist die Oberseite sandfarben bis graubraun, der Bauch dagegen cremeweiß gefärbt. Im Prachtkleid ist die untere Gesichtshälfte schwarz gefärbt, genau wie die Flügel und der Schwanz. Der Oberkopf ist rötlich-beige und durch einen weißen Überaugenstreif begrenzt. Der spitze Schnabel und die Augen sind schwarz.

Bei den Weibchen fehlt der rötliche Ton im Gefieder. Das Gesicht ist bräunlich-grau gefärbt und das Gefieder insgesamt weniger kontrastreich. Flügel und Schwanz sind bei den Weibchen aber ebenfalls schwarz.

Vorkommen

Unser Vogel der Woche brütet unter anderem in der Sahara, auf der arabischen Halbinsel und in Zentralasien sowie im Norden Afrikas. In Europa ist die Art nur äußerst selten zu beobachten. In diesen Fällen befindet er sich gerade auf dem Zug und kommt als Irrgast zu uns.

Wie der Name schon andeutet, fühlt sich der Wüstensteinschmätzer auf den trockenen Ebenen der Wüsten und Halbwüsten wohl. Er brütet allerdings auch in Mittel- und Hochgebirgen, an bewachsenen Flussufern und in Steppen.

Verhalten und Wissenswertes

Pflanzliche Nahrung ist für den Wüstensteinschmätzer oft schwer zu finden, daher zieht er Insekten wie Ameisen und Käfer vor. Diese findet er am Boden, wo er sich mit schnellen Hüpfern fortbewegt. Er wirkt dabei insgesamt recht nervös und zuckt immer wieder mit Flügeln und Schwanz.

Im Mai, wenn die Vögel aus den Winterquartieren zurückkommen, beginnt die Paarungszeit. Um auf sich aufmerksam zu machen, zeigen die Männchen akrobatische Flugmanöver und singen häufiger. Das Nest ist meist am Boden zu finden, zwischen großen Steinen oder auch in verlassenen Erdhöhlen. Es ist erstaunlich, wie viel Material die Vögel in der kargen Gegend finden: Gräser und Wurzeln, dazu Federn, Tierhaare oder Pflanzenwolle für die Polsterung. Auf dieses weiche Kissen legt das Weibchen fünf bis sechs bläuliche Eier, manchmal mit rostroten Tupfen besetzt. Nach gut 12 Tagen schlüpfen die Jungen und werden von den Eltern mit Insekten versorgt. Einige Tage vor ihrem ersten Flug verlassen sie bereits das Nest.

Foto: Imran Shah (CC BY-SA 2.0 )

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