Vogelschutz auf Baustellen

Hannah Lübben 21. Oktober 2021 Keine Kommentare zu Vogelschutz auf Baustellen
Vogelschutz auf Baustellen

In Dachvorsprüngen, an Fassaden oder auf Fenstersimsen: Vögel fühlen sich in verwinkelten Häusern vor allem zum Brüten sehr wohl. Stehen jedoch Renovierungen oder Abrissarbeiten am Gebäude an, kann das für die Vogeleltern und Jungtiere gefährlich werden. Daher gibt es verschiedene Maßnahmen, die zum Schutz von Vögeln auf Baustellen getroffen werden sollten. Wir erklären, worauf Sie vor dem Beginn der Baumaßnahmen achten sollten.

Gebäudebrüter entdecken

Verschiedene Vogelarten wie Mehlschwalben, Mauersegler, Turmfalken oder Haussperlinge, bevorzugen zum Brüten kleine Mauerlöcher, die nur wenige Zentimeter groß sein müssen. Sie bauen ihre Nester in enge Nischen, unter Ziegeln oder in enge Mauerspalten hinein, sodass der Nistplatz von außen kaum sichtbar ist. Um herauszufinden, ob am eigenen Haus ein Vogelpaar brütet, sollte man die Fassaden über einen längeren Zeitraum zu verschiedenen Uhrzeiten beobachten. Ein- und ausfliegende Eltern sind ein Zeichen dafür, dass Nachwuchs versorgt wird. Und auch die Bettelrufe der kleinen Jungvögel lassen sich manchmal einem Nest zuordnen.

Gefahr: Baustellen

Werden Bauarbeiten an dem Gebäude begonnen, an dem ein Vogelpaar brütet, können für die Tiere verschiedene Gefahren entstehen. Zum einen versperren Baugerüste und Netze den Zugang zum Nest, sodass die Eltern die Jungtiere nicht mehr versorgen können. Des Weiteren sollten Spalten und Ritzen in der Fassade nicht verschlossen werden, ohne vorher einen genauen Blick hinein zu werfen. Doch nicht nur bei der Veränderung der Fassade ist Vorsicht geboten: Auch Lärm durch Baugeräte stört die Brut und kann die Jungtiere nachhaltig krank machen.

Nistplatz auf Baustellen – Was ist zu tun?

Haben Sie tatsächlich eine Vogelbrut auf ihrer Baustelle entdeckt, sollten Sie den Bereich für die nächsten Tage meiden. Versuchen Sie, keine lauten Geräusche in der Nähe des Nestes zu machen. In den meisten Fällen dauert es nur wenige Tage bis maximal drei Wochen, bis der Nachwuchs ausgeflogen und das Nest verlassen ist. Das Umsiedeln des Nestes gestaltet sich in den meisten Fällen schwierig, da die Brutplätze eher unzugänglich sind. Versuchen Sie möglichst nicht, die kleinen Vögel von Hand aufzuziehen – Dafür fehlt es Laien zumeist an ausreichend Erfahrung. Haben Sie ein vermeintlich leeres Nest entdeckt, sollten Sie sich an die zuständige Naturschutzbehörde wenden. Mit der entsprechenden Genehmigung dürfen Sie leerstehende Nester für die Brutsaison verschließen.

Vögel freuen sich über Ersatznisthilfen

Bei all den glatten und geraden Fassaden, die in den Städten zunehmend entstehen, fehlt es den Vögeln an geeigneten Nistplätzen. Sie können die Tieren daher unterstützen, indem Sie kleine Lücken in der Hauswand lassen oder künstliche Nistplätze schaffen. Mehr dazu erfahren Sie auf unserem Blog über Vogelschutz im Gebäudebau.

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