Dänisches Inselparadies: Vogelbeobachtung auf Fanø

Dänisches Inselparadies: Vogelbeobachtung auf Fanø

Auf der dänischen Wattenmeerinsel Fanø kann man nicht nur am Strand baden, sondern auch spannende Vogelarten wie Austernfischer und Sandregenpfeifer beim Brüten beobachten.

Für sommerliche Strandurlauber ist die Wattenmeerinsel Fanø ein beliebtes Ziel. Weniger bekannt ist aber, dass das 56 Quadratkilometer große Eiland auch Lebensraum für zahlreiche Vogelarten bietet. Auf Fanø vereinen sich Strände, Dünen- und Heidelandschaften sowie Salzwiesen, Seen und sumpfige Röhrichte zu einem schönen Landschaftsmosaik. Nur 12 Prozent der Insel bestehen aus Siedlungen, Straßen und anderen versiegelten Flächen – der Rest ist pure Natur. Außerdem findet sich hier der reizvolle Ort Sønderho, der 2013 zu Dänemarks schönstem Dorf erklärt wurde.

Beobachtungen lohnen sich hier das ganze Jahr, wobei die Brutzeit natürlich am reizvollsten ist. Es gibt so viele Beobachtungsmöglichkeiten, dass ihr euch am besten mehrere Tage Zeit nehmen solltet, um die Insel zu erkunden. Ihr erreicht sie nur über die Fähre von Esbjerg aus, eine Fahrt dauert nur 12 Minuten.

Fanø – Der wilde Norden

Im äußersten Nordwesten der Insel betretet ihr ein wichtiges Strandbrütergebiet, den Søren Jessen Sand. Er ist nur für Fußgänger geöffnet und sehr weitläufig, so dass ihr bereits hier genug Zeit einplanen solltet. Zu den typischen Brutvögeln gehören Sandregenpfeifer, Austernfischer und Küstenseeschwalben. Außerdem hält sich hier seit mehreren Jahren eine Brutkolonie von Zwergseeschwalben. Der in Deutschland vom Aussterben bedrohte Seeregenpfeifer kann am Søren Jessen Sand ebenfalls noch ungestört brüten.

Weiter im Zentrum der Insel stoßt ihr auf unterschiedlich dichte Laub- und Nadelwälder. Die ersten Bäume wurden bereits 1892 gepflanzt. Sie sollten die starken Flugsande stoppen, die schon damals vom Weststrand aus über die Insel wehten. Heute bieten sie auch zahlreichen Waldvogelarten einen Rückzugsort, zum Beispiel Wintergoldhähnchen, Waldlaubsänger, Buntspecht, Waldohreule und Tannenmeise. In der offenen Heidelandschaft am Waldrand treten außerdem Baumpieper und Ziegenmelker auf.

Fanø – Südliche Hotspots

Ein lohnendes Gebiet im Süden der Insel ist der Sønderho Strandsø. Dort breiten sich offene Wasserflächen mit Sand- und Kiesbänken aus. Brütende Austernfischer und Flussregenpfeifer sind hier keine Seltenheit, auch Rohrweihe und Rohrdommel ziehen in den Röhrichten ihre Jungen groß. Das Gebiet ist vom Weststrand aus mit dem Fahrrad oder Auto zu erreichen, am Südufer gibt es eine Beobachtungshütte.

Der südlichste Teil der Insel heißt Hønen. Dieser Strand wird vom Meer immer wieder verändert und mit neuem Sand versorgt. Auch hier brüten See- und Sandregenpfeifer sowie Austernfischer und Zwergseeschwalben. Damit ihre Nester nicht zertreten werden, sind einige Gebiete zur Brutzeit abgesperrt. In den nahen Salzwiesen brüten Rotschenkel, Kiebitz, Bekassine, Feldlerche und Wiesenpieper. Und wer im September und Oktober früh aufsteht, kann über Hønen den spektakulären Singvogelzug erleben. Finken, Drosseln und andere Arten ziehen dann über die Insel auf das Meer hinaus, immer in Richtung Süden.

Foto: Holger Alts (CC BY 2.0)

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