Ferngläser für die Vogelbeobachtung – Helligkeit & Farbtreue

Ferngläser für die Vogelbeobachtung – Helligkeit & Farbtreue

Ein gutes Fernglas für die Vogelbeobachtung muss hohen Ansprüchen gerecht werden. Neben der idealen Vergrößerung und einem weiten Sehfeld muss ein Fernglas auch über eine möglichst hohe Helligkeit und Farbtreue verfügen. Warum das so ist und worauf man beim Kauf eines Fernglases achten muss erklären wir im aktuellen Teil unserer Serie.

Warum ist Helligkeit bei einem Fernglas wichtig?

Die meisten Vogelarten sind vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv. In diesem Zeitraum haben Vogelbeobachter nicht nur eine besonders gute Chance, tagaktive Vögel zu sichten, sondern können mit etwas Glück auch vorwiegend nachtaktive Vögel, wie etwa die meisten Eulenarten, sichten. In der Dämmerung sind die Sichtverhältnisse schon ohne Fernglas nicht optimal, deshalb darf das Fernglas nicht zusätzlich Helligkeit „verschlucken“.

Im dichten Wald – in dem manche Vogelarten fast ausschließlich beobachtet werden können – herrscht zudem auch tagsüber nur Dämmerlicht. Ein Fernglas mit optimaler Helligkeit ist also ein absolutes Muss für Vogelbeobachter.

Große Linsen = mehr Lichtstärke?

Potenziell können größere Linsen mehr Licht einfangen, da das Licht auf eine breitere Fläche fällt. Der Linsendurchmesser ist jedoch nur ein kleiner Faktor im Bezug auf die tatsächliche Helligkeit des Fernglases. Viel wichtiger als große Linsen sind aber die Qualität der Linsen und der Prismen des Fernglases. Es sollten nur erstklassige Materialien verbaut werden, da diese das Licht am besten „leiten“. Experten empfehlen die bewährten und besonders hochwertigen BAK-4-Prismen für die Vogelbeobachtung. Zusätzlich können die Prismen weiter veredelt werden.

Volle Mehrschichtvergütung – ein echter Pluspunkt

Damit das Bild möglichst hell ist, ist es sehr wichtig, dass nicht nur viel Licht auf die Linsen trifft, sondern dass es dann auch durch das Fernglas geleitet wird. Bei minderwertigen Linsen wird jedoch viel Licht reflektiert, sodass das Bild am Ende dunkel erscheint. Dieses Problem kann mit der sogenannten Mehrschichtvergütung minimiert werden. Dabei werden die Linsen mit hauchdünnen Metallsalzschichten bedampft und die Reflektion wird deutlich verringert. Wichtig beim Fernglas-Kauf: Immer auf eine volle Mehrschichtvergütung achten! Eine einfache Vergütung reicht nicht aus, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Dämmerungszahl und Geometrische Lichtstärke

Häufig werden Dämmerungszahl und Geometrische Lichtstärke als Qualitätskennzeichen wahrgenommen. Dabei handelt es sich hier lediglich um mathematische Werte, die aufgrund der vielen anderen Faktoren (wie etwa die Prismenqualität) nichts über die tatsächlichen Leistung des Fernglases aussagen. Sie werden wie folgt berechnet: Die Dämmerungszahl ist die Wurzel aus dem Produkt von Vergrößerung und Objektivdurchmesser. Die Geometrische Lichtstärke bezeichnet das Quadrat des Quotienten von Objektivdurchmesser und Vergrößerung.

Farbtreue und Phasenkorrektur

Neben der Helligkeit des Bildes ist für die Vogelbeobachtung auch die Farbtreue von höchster Bedeutung. Unter Farbtreue versteht man, dass die Bilder im Fernglas in möglichst naturgetreuen Farben zu sehen sind. Für Natur- und Vogelbeobachter ist das unbedingt notwendig, um beispielsweise die Gefiederfarbe und die Musterung des Vogels genau zu erkennen und ihn dadurch durch das Fernglas genau bestimmen zu können.

Phasenkorrigierte Prismen bei Dachkantferngläsern sind besonders beschichtet, sodass die Farben richtig wiedergegeben werden und das Licht ungebrochen und unreflektiert weitergeleitet wird. Bei der sektor-Serie von Eschenbach Optik steigert die Phasenkorrektur Auflösung, Kontrast und Farbtreue.

Zusammenfassung – Helligkeit & Farbtreue

Ein gutes Fernglas für die Vogelbeobachtung muss die Bilder hell und farbecht wiedergeben, damit die Vogelbeobachtung auch bei schlechten Lichtverhältnissen möglich ist. Dabei ist vor allem die Qualität der Linsen, Prismen und der verwendeten Vergütungen von hoher Bedeutung. Billige Ferngläser können meist nicht mithalten und versuchen mit ungeeigneten Methoden ihre Schwächen auszugleichen. Dämmerungszahl und Geometrische Lichtstärke sind rein mathematische Werte, die aufgrund der Bedeutung der Prismenqualität keine Qualitätsmerkmale darstellen.

Im nächsten Teil unserer Serie geht es um praktische Eigenschaften, die ein Fernglas für Exkursionen auszeichnen sollten.

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2 Kommentare

  1. Horst Richter 10. September 2014 um 13:22 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich würde das Foto gern für einen Flyer verwenden (Thema Verbesserungsvorschlagswesen).
    Ist es urheberrechtlich geschützt, oder kann es benutzt werden ?

    Mit freundlichen Grüßen

    Horst Richter

    • Christian Kolbe 15. September 2014 um 08:41 Uhr

      Hallo Herr Richter,

      leider ist dieses Bild nicht zur freien Verwendung verfügbar. Sie müssen dieses über die Bildagentur Fotolia besorgen, um es für Druckerzeugnisse zu verwenden.

      Beste Grüße

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