Der Nationalpark Eifel – Wege in die Wildnis

Der Nationalpark Eifel – Wege in die Wildnis

Großartige, abwechslungsreiche Landschaften machen den Nationalpark Eifel zu einer vielversprechenden Wildnis in spe. Ein Aufgebot seltener Vogelarten gibt es gratis oben drauf und lässt den Besuch in einem der jüngsten Nationalparks Deutschlands unvergesslich werden.

Nationalpark in den Kinderschuhen

Noch steckt der Nationalpark Eifel, der erste Nationalpark in Nordrhein-Westfalen, sozusagen in den Kinderschuhen. Als „Entwicklungs-Nationalpark“ bekommt er noch Hilfe von Menschen, die zum Beispiel die Waldflächen durch gezieltes Pflanzen und Entfernen bestimmter Bäume zurück zum Urzustand führen. Doch spätestens 2034 sollen 75% des Nationalparks sich selbst überlassen werden.

Bis 2005 wurde das Großschutzgebiet vom Militär geprägt, denn auf dem Truppenübungsplatz Vogelsang war die belgische Armee präsent. Nachdem die Soldaten jedoch abgezogen waren, stand dem Nationalpark Eifel nichts mehr im Weg.

Reizvolle Landschaften

Die 11.000 Hektar des jungen Schutzgebietes bestehen längst nicht nur aus Wald. Vor allem die Dreiborner Hochfläche mit ihren mageren Wiesen und Ginsterheiden macht den Nationalpark Eifel besonders. Auch der waldbedeckte Höhenzug Kermeter gibt dem Gebiet sein reizvolles Gesicht.

Durch seine Täler fließen Bäche, die wieder Fischwanderungen zulassen sollen und an deren Ufern Wasseramseln und Gebirgsstelzen leben. Die Bäche treffen sich in zwei großen Stauseen: Urfttalsperre und Rurtalsperre runden mit ihren steilen Ufern das zauberhafte Bild ab.

Beobachtungsplätze und Vogelarten

Im Kermeter nördlich der Urfttalsperre präsentieren sich die verwunschenen Buchenwälder im besten Licht. Vom Parkplatz „Wilder Kermeter“ führt ein barrierefreier Naturlehrpfad durch den Wald und mündet in weitere Wanderwege. Hier lassen sich vor allem Schwarzspechte beobachten, aber auch Hohltauben und andere Höhlenbrüter.

An den beiden Talsperren ist die Palette der Vogelarten zwar nicht ganz so bunt, aber es gibt zahlreiche malerische Wanderwege und Aussichtspunkte, etwa den „Hirschley“ an der Rurtalsperre. Regelmäßige gefiederte Gäste sind Haubentaucher, Kanadagänse, Gänsesäger und Reiherenten.

Die meisten und seltensten Vögel könnt ihr im Offenland der Dreiborner Hochfläche beobachten. Feldlerchen, Wiesenpieper und Goldammern sind hier sozusagen Standardprogramm, zu ihnen gesellen sich seltenere Exemplare wie Steinschmätzer und Braunkehlchen. In den Gebüschen verbergen sich Neuntöter, aber auch Raubwürger und Orpheusspötter können gesichtet werden. Im Frühling und Herbst ist die Dreiborner Hochfläche ein guter Platz, um den Zug der Kraniche zu beobachten.

Schwarzstörche überfliegen den Bereich, um von ihren Brutplätzen zu Nahrungsflächen zu gelangen und umgekehrt. Im nördlichen Bereich der Hochfläche findet sich die Bird-Watching-Station mit zwei fest installierten Ferngläsern. Von dort habt ihr einen guten Blick in die Kormorankolonie an der Urfttalsperre.

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