Blauwangenspint – Schillernder Insektenexperte

Blauwangenspint – Schillernder Insektenexperte

Der Blauwangenspint begeistert durch sein Gefieder, das in den schönsten Grün- und Blautönen schillert.

Aussehen

Der Blauwangenspint gehört zur Ordnung der Rackenvögel und zur Familie der Bienenfresser. Er wird etwa 30 Zentimeter lang und knapp 50 Gramm schwer – ein echtes Leichtgewicht also.

Das Gefieder trägt verschiedenste Schattierungen von Grün, wobei der Bauch heller ist als die Rückenseite. Der Schnabel ist lang, spitz und dunkel gefärbt. Vom Ansatz aus zieht sich eine breite schwarze Augenbinde bis zum Hinterkopf. Die Kehle ist orange bis rostrot. Auf den Wangen findet sich eine mehr oder weniger kräftige Blaufärbung, manchmal auch nur ein helles Türkis oder sehr helles Grün. Am dunklen Schwanz fallen vor allem die mittleren Schwanzfedern auf. Sie haben nämlich stark verlängerte Schäfte und ragen deutlich über den restlichen Schwanz hinaus.

Vorkommen

Unser Vogel der Woche ist in Marokko und Algerien, der Türkei, in Nordkasachstan sowie in Indien verbreitet. Dort brütet er in subtropischen Halbwüsten, an Flussufern mit viel Sand und Kies oder in buschigem Grasland. Er achtet immer darauf, sich in der Nähe von Wasser aufzuhalten. Als Langstreckenzieher verbringt er den Winter in Ost- und Südafrika.

Verhalten und Wissenswertes

Blauwangenspinte sind sehr gesellige Vögel und fliegen meist in Trupps umher. Tagsüber sitzen sie gerne Schulter an Schulter auf Ästen oder Leitungsdrähten. Abends ziehen sie sich gemeinsam in große Bäume zurück, um dort zu übernachten.

Zur Nahrung zählen Hautflügler wie Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen, aber auch Zikaden, Termiten, Libellen, Heuschrecken und verschiedene Käfer. Der Blauwangenspint jagt von einer Sitzwarte aus und unternimmt nur kurze Jagdflüge. Er kann sehr genau unterscheiden, welche Insekten giftig sind und welche nicht. Bienen und Wespen zum Beispiel frisst er nicht sofort, sondern reibt ihren Hinterleib gegen eine feste Unterlage, um das Gift herauszupressen. Sogar Schwebfliegen, die den Wespen sehr ähneln, erkennt er als ungefährlich und verzichtet auf den „Entgiftungsprozess“.

Blauwangenspinte sind Koloniebrüter. Paarung und Brut finden in der Zeit von April bis Juni statt. Die Vögel brüten in selbst gegrabenen Höhlen, die sie über eine etwa einen Meter lange Röhre erreichen. Meist befinden sich die Höhlen in Steilhängen und Abbruchkanten, manchmal aber auch im flachen Boden. Bei der Brut wechseln sich Männchen und Weibchen ab. Sind die Jungen geschlüpft, haben die Eltern keine ruhige Minute mehr, sondern müssen jede Menge Insekten erbeuten, um die Kleinen zu füttern.

 

Foto: Koshy Koshy (Lizenz CC BY 2.0)

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