Drosselrohrsänger – Gut getarnter Großschnabel

Drosselrohrsänger – Gut getarnter Großschnabel

Sein Schnabel ist so groß wie der einer Drossel, er hält sich am liebsten dort auf, wo es jede Menge Schilfrohr gibt und trägt dann seinen lauten Gesang vor: Beim Drosselrohrsänger ist der Name Programm.

Aussehen

Schon allein durch seine Größe ist der Drosselrohrsänger unverwechselbar. Er wird etwa 19 Zentimeter groß und überragt seine Verwandten deutlich. Vor allem vom ansonsten sehr ähnlichen Teichrohrsänger könnt ihr ihn so gut unterscheiden.

Männchen und Weibchen haben bei den Drosselrohrsängern die gleiche Färbung. Sie zeichnen sich durch eine hellbraune Oberseite und eine gelb-weiße Bauchseite aus. Den Übergang zwischen diesen beiden Farben bilden die hell goldbraunen Flanken. Achtet auch auf den hellen Überaugenstreif, die weiße Kehle sowie den drosselartig großen Schnabel.

Vorkommen

Der Drosselrohrsänger ist ein recht weit verbreiteter Brutvogel. Sein Lebensraum erstreckt sich von Nordafrika und der Iberischen Halbinsel über Europa und darüber hinaus. Die östliche Grenze berührt den Nordosten Chinas sowie das nördliche Japan. Während der Brutzeit (April bis September) ist unser Vogel der Woche über ganz Europa verteilt anzutreffen. Allerdings schwankt der Bestand seit den 1970er Jahren. Den Winter verbringen die meisten Drosselrohrsänger im tropischen und südlichen Afrika.

Wie das „rohr“ in seinem Namen schon andeutet, hält sich unser Vogel der Woche gern in Schilf- und Rohrkolbenflächen auf. Idealerweise befindet sich direkt nebenan ein See, Teich oder Moor.

Verhalten und Wissenswertes

Die geschickten Singvögel bewegen sich hüpfend und kletternd durch die Halme, um nach Nahrung zu suchen. Dabei stehen Spinnen, Insekten, Weichtiere sowie kleine Amphibien ganz oben auf ihrem Speiseplan. Bei Gelegenheit vernaschen sie auch Beeren.

Gerade zur Brutzeit brauchen die Drosselrohrsänger reichlich Nahrung. Schon der Nestbau kann anstrengend sein, denn die Vögel flechten einen stabilen Napf aus Gräsern und Halmen, der dann über dem Wasser im Schilf hängt. Das Weibchen legt vier bis sechs Eier und bebrütet sie etwa zwei Wochen lang. Dabei ist Vorsicht geboten, denn oft legen Kuckucke ihre Eier bei brütenden Rohrsängern ins Nest. Nachdem die Jungen geschlüpft sind, bleiben sie weitere zwei Wochen im Nest und bekommen Futter von den Eltern.

Übrigens kommt es bei dieser Art häufig vor, dass sich ein Männchen mit mehreren Weibchen verpaart. Diesen Vorteil haben vor allem die Männchen, die schon früh ins Brutgebiet zurückkehren und sich so eine große Auswahl an Weibchen sichern. Dabei ist es auch wichtig, mit lauter Stimme das eigene Revier zu markieren. Der Gesang eines Männchens klingt dabei wie ein knarrendes, hohes „karre karre krieht krieht“. Zum Singen thronen die Männchen gern auf einer erhöhten Warte (zum Beispiel einem langem Halm), so dass ihr sie dabei recht gut beobachten könnt. Ein Gebiet, in dem Drosselrohrsänger vorkommen, sind zum Beispiel die Limbacher Teiche in Sachsen.

Foto: Ott Rebane (Lizenz: CC BY 2.0)

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