Fahlsegler – Ausnahmegast mit Fischbauch

Fahlsegler – Ausnahmegast mit Fischbauch

Der Fahlsegler, ein naher Verwandter des Mauerseglers, taucht hin und wieder auch in Mitteleuropa auf. Die Bestimmung kann ziemlich knifflig sein.

Aussehen

Der Fahlsegler sieht dem bei uns weit verbreiteten Mauersegler sehr ähnlich. Die Bestimmung ist deshalb schwierig, zumal der Fahlsegler, genau wie sein Verwandter, die meiste Zeit in der Luft verbringt. Das Gefieder des Fahlseglers ist braun statt rußschwarz. Er hat helle innere Armschwingen und einen großen, hellen Kehlfleck. Am Bauch ist das Gefieder fischartig geschuppt. Dieses Muster lässt sich allerdings aus der Ferne kaum erkennen. Durch die helle Stirn tritt die Augenmaske recht deutlich hervor.

Über die Rufe und das Flugverhalten lässt sich der Fahlsegler manchmal besser bestimmen. Seine Rufe klingen nasaler und etwas weniger schrill als die des Mauerseglers. Der Fahlsegler ist ebenfalls ein wendiger Flugprofi, schlägt aber langsamer mit den Flügeln und gleitet länger.

Vorkommen

Ein Teil des Verbreitungsgebietes zieht sich von den Kanaren über Nordwestafrika bis Südeuropa. In Europa liegen die Schwerpunkte unter anderem in Spanien, Südfrankreich, auf Korsika und Sardinien sowie in Kroatien und Griechenland. Ein weiteres Brutgebiet umfasst Ägypten und reicht über den Libanon bis nach Pakistan.

Viele Fahlsegler besiedeln Küstengebiete und Inseln mit ihren Klippen und Schluchten. Ein Großteil fühlt sich in Siedlungen und Städten wohl und nutzt dort Gebäude zum Brüten. In der schweizerischen Stadt Locarno brüten Fahlsegler an einer Kirche, Mauersegler an einer anderen und eine Alpensegler-Kolonie herrscht über den Stadtturm.

Verhalten und Wissenswertes

Genau wie die Mauersegler verlassen Fahlsegler den Luftraum nur für die Brut. Sogar das Material für ihre runden Nester sammeln sie ausschließlich im Flug. Meist sind das Strohfasern und Federn, die die Vögel mit ihrem Speichel verkleben. Bei der Brut wechseln sich die Altvögel ab. Nach dem Schlüpfen schnappen sie unermüdlich Insekten aus der Luft, sammeln sie in ihrem Kropf und liefern sie als zusammengepresste Futterkugel bei den Jungen ab. Nach etwa 46 Tagen ist der Nachwuchs flügge.

Immer öfter werden Fahlsegler auch in Deutschland gesichtet. Da sie dem Mauersegler so ähnlich sind, kommt es aber auch oft zu Verwechslungen. Ein Hinweis könnte die Zeit der Beobachtung sein. Fahlsegler kommen nämlich einen Monat früher ins Brutgebiet und bleiben sogar zwei bis drei Monate länger. Wer also im März oder November einen verdächtig hellen, nasal rufenden „Mauersegler“ erspäht, hat es vielleicht mit „Apus pallidus“ zu tun.

Foto: Pedro N. Ramalho ( CC BY 2.0 )

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