Fischadler – Der Profi-Angler unter den Vögeln

Fischadler – Der Profi-Angler unter den Vögeln

Fischadler mussten in Deutschland lange Zeit um ihr Leben fürchten, weil sie als gefährliche Fischräuber verschrien waren. Heute erholen sich die Bestände wieder und einen Fischadler in freier Wildbahn zu beobachten, ist nach wie vor ein ganz besonderes Erlebnis.

Aussehen

­­Dieser schlanke Greifvogel wird etwa 60 cm groß, wobei die Weibchen meist etwas größer und schwerer sind als die Männchen. Bei beiden Geschlechtern herrschen die Gefiederfarben Braun und weiß vor. Wenn ihr einen leicht geierartigen Greifvogel mit dunkelbraunem Rücken und Schwanz, weißer Unterseite und weißem Kopf mit einem breiten, dunklen Augenstreif vor euch habt, handelt es sich um einen Fischadler. Eine Besonderheit bei den Weibchen: Sie haben oft ein kräftigeres, braunes Band auf der Brust, das bei Männchen nicht so stark auffällt.

Vor allem im Flug ist deutlich zu sehen, dass die Unterseiten der Flügel und des Schwanzes ein dunkles Bändermuster auf weißem Grund tragen. Deshalb und auch aufgrund der langen, schmalen Flügel werden weiter entfernte Seeadler manchmal für große Möwen gehalten.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet der Fischadler ist sehr groß, es durchzieht fast die ganze Welt. Nur in den Polargebieten, in Madagaskar und Neuseeland sowie Südamerika und Afrika kommen Fischadler nicht vor, sie fliegen diese Gebiete höchstens zum Überwintern an.

Wie sein Name schon vermuten lässt, ernährt sich der majestätische Vogel am liebsten von Fisch. Das brachte ihm im früheren Europa den schlechten Ruf eines gefährlichen Fischjägers ein und allein in Schleswig-Holstein wurden zwischen 1899 und 1907 mindestens 53 Exemplare geschossen – oft gegen eine Prämie. In den 1960er Jahren galt der Fischadler in Deutschland schließlich als ausgestorben.

Bis heute konnte der Bestand aber wieder stabilisiert werden, auch wenn er sich noch immer auf den Nordosten Deutschlands beschränkt. Die meisten Paare (etwa 340) gibt es in Brandenburg, aber auch Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein weisen interessante Bestände auf.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Fischadler sind sogar körperlich sehr gut an ihr besonderes Jagdverhalten angepasst. Die Nasenlöcher gleichen eher schmalen Schlitzen, die der Vogel unter Wasser sogar verschließen kann. Die Beine und Füße sind größtenteils unbefiedert, dafür aber mit rauen Schuppen besetzt. Die wichtigste Waffe des Fischadlers sind seine stark gekrümmten, langen Krallen – die perfekten Angelhaken!

An einem Fischadler-Gewässer könnt ihr die Jäger dabei beobachten, wie sie von einem erhöhten Platz am Ufer aus oder im kreisenden Flug nach Beutefischen Ausschau halten. Wurde ein passender Fisch entdeckt, „rüttelt“ der Adler kurz über der Stelle, das heißt er verharrt mit schnellen Flügelschlägen in der Luft, um dann wie ein Pfeil ins Wasser zu schießen. War die Jagd erfolgreich, erhebt er sich mit dem Fisch in den Krallen wieder aus dem Wasser.

In den oben genannten Bundesländern gibt es fischreiche Gewässer, an denen ihr dem Adler begegnen könntet. Dabei ist es weniger wichtig, ob das Gewässer fließt oder steht, vielmehr solltet ihr darauf achten, ob im Umkreis Brutmöglichkeiten (z.B. hohe Bäume oder Felswände) vorhanden sind. Ihren Horst errichten die Brutpaare, die übrigens ihr Leben lang zusammenbleiben, nur an extrem übersichtlichen Plätzen. Um ihnen zu helfen, werden daher immer mehr Nisthilfen auf hohen, alten Bäumen oder Strommasten errichtet. Mittlerweile sind nämlich immer mehr Naturschützer daran interessiert, den Fischadler hier wieder heimisch zu machen. Schließlich weiß man mittlerweile, dass er sich beim Jagen vor allem kranke und alte Fische aussucht und dem Bestand somit eher nützt als schadet.

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