Natur an der Ruhr

Alexandra Huth 27. April 2016 Keine Kommentare zu Natur an der Ruhr
Natur an der Ruhr

Das Ruhrgebiet befindet sich im Wandel: Stahl und Industrie weichen immer mehr einer neu aufblühenden Natur und Insekten, Reptilien und Vögel im Ruhrgebiet erobern sich ihr neues Zuhause.

In gewisser Weise vollführt die Landschaft des Ruhrgebiets einen Kreislauf. Bevor Steinkohleförderung und Stahlindustrie begannen, das Bild zu bestimmen, war das Gebiet eher ländlich geprägt und zeichnete sich durch Bauernhöfe und Felder aus. Jetzt, wo immer mehr Industrieparks stillgelegt und verschiedene Naturräume wiederbelebt werden, siedeln sich auch immer mehr neue Tierarten an und breiten sich aus. Dabei kommen sie sogar oft in die Nähe des Menschen und sind bis in die Städte hinein zu beobachten.

Vögel im Ruhrgebiet

In den zahlreichen Gärten, Parks und Friedhöfen, die oft mit ihrem alten Baumbestand glänzen, finden sich beispielsweise verschiedene Spechte. Wer im Frühling eine Spechthöhle entdeckt, kann sich in den folgenden Wochen am regen Brutbetrieb erfreuen und vielleicht sogar den ersten Flug der kleinen Spechte miterleben. Grünspechte können aber auch schon im Winter beobachtet werden, wenn sie auf Schneefeldern nach Insekten suchen. Ab Februar folgen Bunt– und Schwarzspechte, die durch Rufen und das bekannte Trommeln auf sich aufmerksam machen.

Auch Eulen sind Vögel im Ruhrgebiet, die langsam wieder heimisch werden. Eine Besonderheit ist der Uhu, die größte Eulenart der Welt, der seit 2000 wieder im Ruhrgbiet gesichtet wird. Ihr braunes Gefieder mit den dunklen Zeichnungen tarnt die Uhus gut, vor allem in den Steinbrüchen entlang des Ruhrtals, in denen sie gern brüten. Auch Waldkauz, Schleiereule, Steinkauz und Waldohreule fühlen sich im Ruhrgebiet immer wohler.

Turm- und Wanderfalken machen sich die vielen, teilweise verlassenen Gebäude zunutze und können Kirchtürmen, Schornsteinen und hohen Brücken gut beobachtet werden. Wanderfalken halten sich zum Beispiel häufig am früheren Stahlwerk in Hattingen auf.

Nicht zuletzt gibt es auch in den Städten und Ortschaften sowie an Ruhr und Rhein große Wasservogel-Hotspots, wo allen voran die Kanadagans, die Brautente und die Mandarinente eine Beobachtung lohnen. Dazu kommen Bläss- und Teichhühner. Auch der Eisvogel ist immer wieder im Ruhrgbiet anzutreffen und vor allem im Winter auf die wenigen Gewässer angewiesen, die nicht zufrieren, denn der hübsche Vogel ernährt sich ausschließlich von Fisch.

Weitere Tipps

Im Landschaftspark Duisburg, der übrigens zu den schönsten urbanen Grünanlagen der Welt gehört, treffen ehemalige Industrie und Natur reizvoll aufeinander. Ihr könnt dort verschiedenen Wegen folgen und das Ambiente aus Rohren, Essen, Fabrikgebäuden und den Grünflächen ringsum auf euch wirken lassen. Neben tollen Vogelbeobachtungen gibt es unter anderem einen Kletterwald und ein originell eingerichtetes Restaurant.

Auch Pflanzen und Insekten erfreuen sich im Ruhrgebiet großer Vielfalt, ihr findet hier zum Beispiel Schmetterlinge wie den Schwalbenschwanz oder den Hauhechelbläuling. Zauneidechse und Geburtshelferkröte sind nur zwei Paradebeispiele für Reptilien und Amphibien im Ruhrgebiet, das mit seiner besonderen Bodenzusammensetzung und der Nähe zum Wasser den Weg Richtung Naturparadies fortsetzt.

Foto: damn_unique (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

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