Indigofink – Amerikaner in Blau

Indigofink – Amerikaner in Blau

Der Indigofink ist ein typischer Brutvogel Nordamerikas. Mit ihrem blauen Gefieder fallen die Männchen im Sommer mächtig auf.

Aussehen

Der Indigofink wird etwa 13 Zentimeter lang und 12 bis 18 Gramm schwer. Bei dieser Art unterscheiden sich die Geschlechter sehr deutlich. Männchen im Prachtkleid haben ein leuchtend blaues Federkleid, das in den schönsten Variationen schillert. Nur am Schwanz und an den Flügeln ist das Gefieder schwarz oder schwarz mit blauer Umrandung. Außerdem führt ein schwarzer Zügelstreif vom Schnabelansatz bis zum Auge. Der Schnabel ist kurz, leicht nach unten gebogen und zweifarbig: die obere Hälfte ist schwarz, die untere hellgrau.

Das Weibchen hat dagegen kaum Farbe abbekommen. Es ist hellbraun und hat eine cremefarbene Brust mit zarten Streifen. Flügel und Schwanz sind dunkler als das restliche Gefieder. Der Schnabel des Weibchens ist ebenfalls zweifarbig. Männchen im Schlichtkleid ähneln den Weibchen, behalten aber am Schwanz und an den Flügeln etwas blaue Farbe zurück.

Vorkommen

Der Indigofink ist ein typischer Brutvogel Amerikas. Vor allem im Südosten Kanadas und im Osten der USA kommt er häufig vor. Während der Brutzeit besiedeln die kleinen Finken lichte Wälder sowie Waldränder und Lichtungen. Man trifft sie außerdem oft in Dickichten und Gebüschen an.

Den Winter verbringt die Art in Mittelamerika, Mexiko und der Karibik. Dort sind dann vor allem die Küstenregionen interessant.

Verhalten und Wissenswertes

Im Sommer stehen Spinnentiere, Insekten, Grassamen, Früchte und Beeren auf dem Speiseplan. Im Winter pickt der Indigofink vor allem nach Samen und Knospen, während Insekten eher selten werden.

Die kleinen Singvögel machen sich im September und Oktober auf den Weg in die Wintergebiete und wenden dabei eine besondere Technik an. Sie ziehen vor allem im Schutz der Nacht und orientieren sich dabei an den Sternen, um nicht  vom Weg abzukommen. Manche Forscher vermuten, dass auch das Magnetfeld der Erde eine Rolle spielt.

In der Paarungszeit leben die Männchen einzelgängerisch und verteidigen ihre Reviere. Dazu nutzen sie ihren Gesang. Er warnt andere Männchen und lockt wiederum paarungsbereite Weibchen an. Hat ein Männchen die Aufmerksamkeit der Damenwelt, führt es einen auffälligen Balztanz auf. Dazu breitet es die Flügel aus, senkt den Kopf und dreht sich immer wieder im Kreis. Das Nest wird gut versteckt in einem Gebüsch gebaut, meist nahe am Boden. Die Küken bekommen nach dem Schlüpfen jede Menge Insekten von den Eltern und können das Nest schon nach acht bis 14 Tagen verlassen.

Foto: Dawn Scranton ( CC BY 2.0 )

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