Papageientaucher und Co. auf der Vogelinsel Runde

Papageientaucher und Co. auf der Vogelinsel Runde

 

Norwegen hat dem Besucher ein landschaftliches Juwel nach dem anderen zu bieten. Und auf der malerischen Insel Runde erwartet vor allem Vogelbeobachter ein besonderes Extra: Skandinaviens südlichste Seevogel-Kolonie.

An der Westküste Norwegens, südwestlich von Ålesund, liegt die Vogelinsel Runde (alte Schreibweisen Rundøy oder Rundø). Mit einer Fläche von 6,4 km² gehört sie zu den kleineren Inseln der Gemeinde Herøy. Runde ist auf verschiedenen Wegen vom Festland aus erreichbar, etwa durch einen Unterseetunnel oder auf einer langen Brücke, der Rundebrua. In den beiden Ortschaften der Insel leben nur circa 100 Einwohner. Sie haben sich dieses friedliche Fleckchen Erde mit den grünen Hügeln und felsigen Küsten zur Heimat gemacht. Doch sind die Menschen natürlich nicht die einzigen Bewohner.

Vogelbeobachtung auf Runde

Die Vogelfelsen befinden sich im Westen der Insel. Dicht gedrängt brüten dort jedes Jahr über 170.000 Paare und ziehen später ihre Jungen groß. Etwa 220 verschiedene Vogelarten wurden bereits auf Runde beobachtet, 77 brüten nachweislich dort. Zu den bekanntesten gehören Papageientaucher, Dreizehenmöwen, Trottellummen, Eissturmvögel, Tordalken, Basstölpel, Krähenscharben, Gryllteiste, Skuas und Seeadler. Außerdem sind auch Silber-, Mantel- und Sturmmöwen sowie Austernfischer, Brandgänse und Eiderenten als häufige Brutvögel vertreten.

Ein guter Ausgangspunkt für die Wanderung zu den Kolonien ist der Goksoyer Campingplatz. Wildes Campen ist auf Runde übrigens verboten! Hinter dem Platz beginnt der Wanderweg Richtung Vogelfelsen. Die ersten Meter steigen steil an, sind aber gut zu bewältigen. Der Weg wurde an den feuchteren Stellen durch Holzbohlen verstärkt, aber festes Schuhwerk ist immer eine gute Idee. Viele Vogelbeobachter empfehlen, den Aufstieg erst abends ab 20 Uhr zu wagen und den oft spektakulären Sonnenuntergang abzuwarten. Außerdem kommen die Papageientaucher meist erst gegen Abend zu ihren Nisthöhlen auf der Insel zurück. Zu diesen beliebten Zeiten findet sich oft eine größere Gruppe an Fotografen und Schaulustigen ein, aber wenn sich alle ruhig verhalten, kommen die drolligen Vögel auf wenige Meter heran.

Papageientaucher

olavk (Lizenz: CC BY 2.0)

Weitere Freizeitmöglichkeiten

Von der Insel aus lassen sich verschiedene Bootstouren starten. Ihr könnt euch die Vogelfelsen nochmal vom Wasser aus zeigen lassen oder auch Seehunde beobachten. Es werden auch Angeltouren angeboten, bei denen ihr eurer Fischerglück (unter fachkundiger Anleitung) selbst versuchen könnt. Für ein Abenteuer auf See solltet ihr jedoch einigermaßen wetter- und seetüchtig sein, denn oft pfeift ein kräftiger Wind, der die Boote auf dem Wasser tanzen lässt.

Auch an Land könnt ihr auf Runde viel erleben, denn die wunderschönen Wanderwege sind das ganze Jahr über begehbar. Ihr könnt die Klippen und Strände erkunden, nach Fischottern und Orcas Ausschau halten oder die Schafe auf den saftigen Wiesen besuchen. Auch ein Rudel Hirsche lebt auf Runde.

Im Runde Miljøsenter, einem Forschungsinstitut mit Informationszentrum, könnt ihr euch über die Geschichte der Insel und aktuelle Forschungen informieren.

Beitragsbild: Paul Skeie (Lizenz: CC BY 2.0)

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