Fünf wichtige Gesetze zu Wildvögeln und Naturschutz

Fünf wichtige Gesetze zu Wildvögeln und Naturschutz

So frei wir uns an der frischen Luft auch fühlen, ein gesetzesfreier Raum ist es nicht und das ist auch gut so. Denn die Regeln dienen vor allem dem Naturschutz und sind daher in unserem Sinne. Eine Übersicht über die wichtigsten Gesetze zu Naturschutz und Wildvögel in Deutschland.

Gesetzestexte über Naturschutz in Deutschland

Für nahezu alles scheint es in Deutschland ein Gesetz zu geben. Manchmal sind wir uneins über Sinn und Unsinn bestimmter Regulierungen. Nicht so jedoch im Fall des BNatSchG (Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege), der BWildSchV (Verordnung zum Schutz von Wild) und der BArtSchV (Verordnung zum Schutz wild lebender Tier- und Pflanzenarten). Die drei Gesetzestexte sollen sicherstellen, dass die Natur trotz zunehmender menschlicher Einflüsse in Deutschland erhalten bleibt. In vielen Fällen würde zwar schon der gesunde Menschenverstand ausreichen, um negative Eingriffe zu unterbinden, doch leider wird der natürliche Lebensraum vieler Tierarten nicht von allen gleich wertgeschätzt.

Liste der wichtigsten Gesetze

Natürlich ist unsere Liste nicht vollständig, sondern soll vielmehr dazu dienen, euch auf ein paar Punkte aufmerksam zu machen, die gesetzlich verankert sind. So könnt ihr auch eure Mitmenschen auf die Gesetze hinweisen. Die vollständigen Gesetzestexte könnt ihr unter den oben angegebenen Links aufrufen.

1. Keine wilden Tiere oder Pflanzen zum Spaß mit nach Hause nehmen!

Es ist verboten, Tiere aus ihrem natürlichen Lebensraum zu entführen, um sie dann Zuhause zu halten oder gar zu verkaufen. Etwas anders sieht es natürlich bei offensichtlich verletzten Vögeln aus (mehr Informationen hier im Blog-Beitrag). Die Gesetze in einem solchen Fall sind Ländersache. Im Zweifel ist ein Anruf bei einem Tierarzt oder Tierschutzbund der schnellste und sicherste Weg. Ist die Pflege gut verlaufen, dann ist das Tier wieder freizulassen bzw. bei der zuständigen Naturschutzbehörde abzugeben.

Selbstverständlich gelten die Gesetze auch für geschützte Pflanzen, denn diese gehören in den Wald und nicht in den Blumenstrauß. Eine Liste aller geschützten Tiere und Pflanzen findet ihr bei Wikipedia.

2. Vogelnester dürfen nicht entfernt werden!

Befindet sich ein Nest an einer Hausfassade darf das nicht einfach entfernt werden, egal zu welcher Jahreszeit! Insbesondere Mauersegler und Schwalben sind darauf angewiesen. Solltet ihr einmal beobachten, wie jemand ein Nest eigenmächtig entfernt, könnt ihr die Person anzeigen. Schließlich besteht Verletzungsgefahr für die Vögel und es dürfte auch hier selbstverständlich sein, dass fahrlässiges Verletzen der Tiere unter Strafe steht.

3. Eingriffe in die Natur sind generell zu vermeiden

Dieser Punkt ist vor allem für Landwirtschaft und Hausbauer interessant. Egal welche Vorhaben auf dem Plan sind, jeder vermeidbare Eingriff in die Natur sollte auch vermieden werden! Gibt es unvermeidbare Eingriffe, dann müssen Kompensationen durch Ausgleichsmaßnahmen vorgenommen werden. Dieser Punkt im Naturschutzgesetz ist auch als „Eingriffsregelung“ bekannt.

4. Ab 1. März keine Hecken oder Bäume ohne Genehmigung beschneiden!

Dieser Punkt (§39, BNatSchG) bezieht sich direkt auf das eigene Grundstück. Um Vögel zu schützen, bedarf es in der Zeit vom 1. März bis 30. September einer schriftlichen Genehmigung, um Schnittarbeiten an Hecken, Bäumen und Co. durchzuführen. Der Grund ist klar: Brutplätze der Vögel müssen geschützt werden. Kleinere Arbeiten wie „Form- / Pflegebeschnitt“ ist auch in dem Zeitraum ohne Genehmigung möglich, aber bitte mit zwei offenen Augen und Ohren!

5. Höhlengänge im Winter verboten!

Erst kürzlich haben wir über die Segeberger Kalkberghöhle berichtet, die mit ihren Fledermäusen jedes Jahr viele Touristen anzieht. Vielleicht habt ihr euch da schon gewundert, warum die Höhle nur von 1. April bis 30. September besucht werden kann. Der Grund liegt auch im Naturschutzgesetz, denn es ist in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. März verboten, Höhlen, Stollen, Erdkeller etc. aufzusuchen, die als Winterquartier der Fledermäuse dienen. Ihr wollt schließlich auch nicht beim Schlafen geweckt werden!

Besondere Regelungen für bestimmte Vogelarten

Manche Vogelarten bedürfen außerordentlichen Schutzes durch Gesetze, da sie entweder bedroht sind oder für den Menschen in Gefangenschaft gefährlich werden können. So ist es z.B. unerlässlich, für die Haltung eines Falken oder Greifen einen Falknerjagdschein zu besitzen. Weiterhin sind die anmutigen Tiere zu kennzeichnen bzw. zu beringen. Ausgabestellen für die Kennzeichen sind der Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e.V. sowie der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands.

Schützen die Gesetze die Artenvielfalt in Deutschlands Natur?

Kurz gesagt: Nein. Ein wirklicher Schutz kann nur erreicht werden, wenn die Gesetze bekannt sind und gelebt werden. Es liegt daher an uns allen, unsere Mitmenschen auf eventuell unachtsames Verhalten aufmerksam zu machen und mit gutem Beispiel voranzugehen.

Foto: Thomas Kohler (Lizenz: CC BY-SA 2.0) / flickr.com

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2 Kommentare

  1. Bole 16. Juni 2018 um 11:13 Uhr

    Seit dem 16,06,2018 werden im Raum Helmbrechts
    die Hecken und Sträucher geschnitten.Eine
    Fogelnest/Fogelschutzverordnung die im Mitteilungsblatt der Gemeinde veröffentlicht wurder
    stört hier niemanden.Wo kann ich eine Anfrage diesbezüglich stellen.

    • Alexandra Huth 19. Juni 2018 um 10:24 Uhr

      Hallo Bole,

      wende dich in einem solchen Fall am besten direkt an die Gemeinde (möglicherweise gibt es eine Genehmigung für die Schnittarbeite) oder den örtlichen Naturschutz.

      Beste Grüße aus der Redaktion!

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