Torf und Federn – Vögel im Moor

Torf und Federn – Vögel im Moor

Auch wenn Moore auf uns Menschen nicht besonders einladend wirken: Für viele Vogelarten sind sie buchstäblich das Paradies auf Erden.

Was ist eigentlich ein Moor?

Vereinfacht gesagt ein sehr nasses Stück Land. Regelmäßige Niederschläge oder ein hoher Grundwasserspiegel sorgen für einen ständigen Wasserüberschuss. Dieser wiederum verursacht Sauerstoffmangel im Moor, so dass Pflanzenreste nicht vollständig zersetzt werden können. Es entsteht Torf. Grundsätzlich kann zwischen Hoch- und Niedermooren unterschieden werden.

In Sibirien und Amerika gibt es riesige Moorgebiete, die Millionen von Quadratkilometern bedecken. In Deutschland kommen Moore vor allem im nördlichen Tiefland und dem Alpenvorland vor.

Warum sind Moore so wichtig?

Was den einen oder anderen vielleicht überraschen wird: Moore sind für den weltweiten Klimaschutz extrem wichtig. Wenn aus den abgestorbenen Pflanzenresten Torf entsteht, werden dabei beachtliche Mengen Kohlenstoff dauerhaft im Boden eingelagert. Moore bedecken zwar nur drei Prozent der Gesamtfläche unserer Erde, in ihnen schlummert aber doppelt so viel Kohlenstoff wie in allen Wäldern der Welt zusammen! Moore, die vom Menschen „nutzbar“ gemacht werden, geben also in kurzer Zeit sehr viel Kohlenstoff in die Atmosphäre ab, was die Erderwärmung weiter vorantreibt.

Auch Gebiete, die oft von Hochwasser betroffen sind, können sich glücklich schätzen, ein intaktes Moor in ihrer Nähe zu haben. Denn die „Torfmoose“, die für die Entstehung von Torf verantwortlich sind, können enorm viel Wasser speichern. Bei starken Niederschlägen saugt sich ein Moor daher wie ein Schwamm voll und bewahrt die umliegende Landschaft vor schlimmeren Überschwemmungen.

Es wäre daher allein schon für den Menschen fatal, wenn die verbliebenen Gebiete zerstört werden würden. Aber Moore bieten noch vielen weiteren Lebewesen Schutz und einen einzigartigen Lebensraum.

Welche Vögel leben im Moor?

Schnepfenarten wie der Große Brachvogel oder die Uferschnepfe fühlen sich in der feuchten Umgebung des Moores besonders wohl. Mit ihren langen Beinen und Schnäbeln sind sie gut an die Umgebung angepasst und können auf der Oberfläche des Moores nach Nahrung suchen. Der Große Brachvogel macht seinem Namen alle Ehre, denn er wird bis zu 60 Zentimeter lang und ist damit der größte Wattvogel. Sehr auffällig ist sein stark nach unten gebogener Schnabel. Mit dem beige und braun gestreiften Gefieder ist seine Tarnung im Moor perfekt. Er brütet am liebsten in übersichtlichen Regenmooren.

Der Goldregenpfeifer hat ganz besondere Ansprüche an einen Brutplatz, weshalb er in Deutschland kaum noch vorkommt. Als Bodenbrüter hat er neben Mooren kaum noch eine andere Nistmöglichkeit, in den Hochmooren Niedersachsens gibt es noch einige Paare. Der 30 Zentimeter lange, golden getupfte Vogel bevorzugt äußerst flach bewachsene Moore, da er sich am liebsten zu Fuß fortbewegt. Dabei stochert er im weichen Boden nach Nahrung.

Die Sumpfohreule ist dagegen weniger wählerisch, sie kommt sogar auf Hawaii vor. Der etwa krähengroße Vogel brütet ebenfalls am Boden und ist in flach bewachsenen, baumarmen Mooren zu finden, aber auch in Heiden oder Salzwiesen. In Deutschland zählt vor allem der Norden mit den friesischen Inseln als Brutgebiet. Das Gefieder der Sumpfohreule kann sich farblich deutlich unterscheiden, meist ist es aber eher strohfarben bis hellbraun. Die wachsamen Augen sind schwarz umrandet, von Ohren sieht man trotz des Namens meist gar nichts, da sie sehr klein sind und eng am Kopf anliegen. Im Englischen heißt sie daher Short Eared Owl.

Natürlich gibt es noch viele weitere Vogelarten, die das Moor zu ihren Lebensräumen zählen, darunter die Bekassine, das Moorschneehuhn, der Kranich und die Trauerseeschwalbe.

Zum Schutz der Moore in Deutschland werden schon seit längerer Zeit Maßnahmen ergriffen, nachdem erkannt wurde, wie wichtig diese Gebiete für Mensch, Tier und Klima sind.

Foto: Carsten Frenzel (Lizenz: CC BY 2.0 – Bildausschnitt vom Original geändert) / flickr.com

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