Vogel-Monitoring: Etablierte Methoden und neueste Techniken

Vogel-Monitoring: Etablierte Methoden und neueste Techniken

Einen wichtigen Beitrag zum Vogelschutz leistet das sogenannte Vogel-Monitoring. Denn nur wenn bekannt ist, wie sich Bestände entwickeln und wie das Leben der Vögel aussieht, können beschlossene Maßnahmen zum Schutz der Arten den Tieren wirklich helfen.

Was bedeutet „Monitoring“?

Der Begriff „Monitoring“ wird in vielen verschiedenen Bereichen und Branchen verwendet. Allgemein gesagt steht er für die Beobachtung und Überwachung von Vorgängen beziehungsweise Zuständen. Dabei ist es egal, welche Dinge und Prozesse genau Ziel der Beobachtung sind. Beim Vogel-Monitoring stehen die Vogelarten einer bestimmten Region im Mittelpunkt.

In Deutschland kommen die Daten für die Beobachtung der Vogelpopulationen aus unterschiedlichen Quellen. Ein großer Teil wird ehrenamtlich erfasst: Auch ihr könnt einen Beitrag dazu leisten. Lest dazu unseren Artikel über die Datenbanken, bei denen ihr eure Vogelbeobachtung melden könnt. Zu den Datenbanken, die regelmäßig und standardisiert Einträge für das Vogel-Monitoring sammeln, zählen zum Beispiel ornitho.de, die Deutsche Avifaunistische Kommission (DAK) und naturgucker.de. Außerdem haben die Bundesländer eigene Programme gestartet, um Informationen über die Vögel in der Region zu gewinnen und sie mit den Ergebnissen aus anderen Programmen vergleichen zu können. Eine Übersicht zu bundesweiten Rast- und Brutvogelmonitoringprogrammen findet ihr auf der Seite vom Bundesamt für Naturschutz.

So funktioniert das Vogel-Monitoring

Das Monitoring in Deutschland erfasst die aktuellen Bestände und die Entwicklungen der Bestandszahlen von Stand- und Zugvögeln sowie von den bei uns rastenden Arten. Um Informationen zu den Vögeln zu erhalten, ohne sie in ihrer Lebensweise zu stören, gibt es verschiedene Methoden:

Die klassische Vogelbeobachtung

Die meisten Daten zum Vogel-Monitoring stammen trotz neuer Technologien weiterhin aus klassischen Vogelbeobachtungen. Der Anteil ehrenamtlicher Beobachtungen ist dabei sehr groß. Vogelbegeisterte melden ihre Entdeckungen digital an die verschiedenen Datenbanken, sodass die Informationen sofort zur Verfügung stehen und weitergeleitet werden können. Aussagekräftig sind auch die alljährlichen Vogelzählungen, wie die Stunde der Garten- und die Stunde der Wintervögel.

Die Nest- und Nistkastenkontrolle

Wichtige Informationen liefert auch die Überwachung von Nestern und Nistkästen. Dafür ist eine Kamera notwendig, die sich über dem Nest befindet. Sie erfasst, wie viele Eier im Nest sind und wie viele Jungtiere davon überleben. Anhand der Bilder können Experten erkennen, ob die Eltern ausreichend Nahrung finden und ihre Jungen versorgen können.

Vogelberingung und GPS

Um die Flugrouten der Zugvögel und ihre Wahl eines geeigneten Brut- und Überwinterungsplatzes nachvollziehen zu können, ist ein einheitliches Beringungssystem in Deutschland und auch europaweit eingeführt worden. Entdeckt ihr einen beringten Vogel, könnt ihr die Beobachtung an eine Datenbank melden. Sehr aufschlussreich sind die Ergebnisse der GPS-Sender, die an den Vögeln befestigt werden und die sie auf ihrer Flugreise die ganze Zeit begleiten.

Biomonitoring: Vogel-Monitoring mit DNA-Analyse

Eine Methode, bei der die Anwesenheit von Tierarten über ihre DNA ermittelt wird, könnte ein Meilenstein im Vogel-Monitoring sein. Die Tiere hinterlassen Spuren ihrer DNA in der Luft. Diese Spuren können mit Hilfe neuster Technik sequenziert und zugeordnet werden: Dieser Prozess nennt sich Biomonitoring. So ließen sich auch Vögel erfassen, die sich den eifrigen Beobachtern nicht zeigen wollen oder die nur selten in einer Region vorkommen. Mehr dazu erfahrt ihr auf der Seite vom MDR.

Was passiert mit den Daten?

Die Daten aus dem Vogel-Monitoring helfen bei der Auswahl von Schutzgebieten, der Bewertung von Schutzmaßnahmen und der Berichterstattung nach der europäischen Vogelschutzrichtlinie. Außerdem basiert die aktuelle „Rote Liste“ mit ihren Gefährdungs-Stufen auf den entsprechenden Daten. In verschiedenen Publikationen, wie „Vögel in Deutschland“ oder Dem Brutvogelatlas sind die Ergebnisse für alle zugänglich.

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1 Kommentar

  1. Annette 29. April 2022 um 18:58 Uhr

    Das mit dem Kot interessiert uns.Wir würden auch gerne welches Vogelgezwitscher wir hören.Das müssen wir uns mal öfters auf der Vogelstimmenapp anhören.Grüße aus Tübingen .

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