Die Rote Liste der Brutvögel – Weckruf für den Vogelschutz

Die Rote Liste der Brutvögel – Weckruf für den Vogelschutz

Die Rote Liste ist in Deutschland seit mehr als dreißig Jahren ein wichtiges Instrument, um die Vielfalt an Tieren und Pflanzen abzubilden sowie sie zu erhalten. Dank der darin gesammelten Daten können Maßnahmen eingeleitet werden, um Arten vor dem Aussterben zu retten  und sie in Zukunft besser zu schützen. Doch wie landet ein Vogel auf der Roten Liste? Und was genau sagen uns die Zahlen?

Was ist eine Rote Liste?

Zunächst ist es wichtig, den Begriff genauer zu betrachten. Es gibt zwei Arten Roter Listen, die in Deutschland Verwendung finden. Die eine beinhaltet alle in Deutschland vermarkteten Arzneimittel, die andere zählt die vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten auf. Sie wird auch als „Rote Liste gefährdeter Arten“ bezeichnet.

Eine Aufzählung gefährdeter Arten kann in verschiedenen Ausmaßen geschehen. So gibt es eine weltweite Auflistung, wie sie die Weltnaturschutzunion IUCN jährlich erstellt, sowie regionale Datensammlungen. In Deutschland existiert eine landesweite Rote Liste und jeweils eine der einzelnen Bundesländer. Diese werden jährlich vom Bundesamt für Naturschutz herausgegeben.

Die Daten der Roten Liste

Um eine aktuelle Rote Liste zu erstellen, werden zunächst alle in Deutschland nachgewiesenen (Unter-)Arten gesammelt und aufgeschrieben. Anschließend fließen alle verfügbaren Bestandsdaten von Naturschutzbehörden, Fachgesellschaften, Naturkundemuseen, Planungsbüros oder Einzelpersonen in die Berechnung mit ein. Wie groß die Gefährdung der jeweiligen Art ist, wird aus den Kriterien „aktuelle Bestandssituation“, „langfristiger Bestandstrend“, „kurzfristiger Bestandstrend“ und „Sonderfälle“ berechnet und in einer Kategorie abgebildet.

Ein nachvollziehbares Kategoriensystem

Die Rote Liste der gefährdeten Arten soll vor allem übersichtlich und leicht verständlich sein, damit jeder die Informationen verstehen kann und die Daten in verschiedenen Branchen Beachtung finden können. Es gibt 10 Kategorien, die die Bestandsentwicklungen der Tiere und Pflanzen abbilden. Zu diesen Kategorien zählen „ausgestorben/verschollen“, „vom Aussterben bedroht“, „stark gefährdet“, „gefährdet“ und „ungefährdet“, sowie Gefährdung unbekannten Ausmaßes (G), Extrem selten (R) und Vorwarnliste (V).

Die Rote Liste der Brutvögel

Neben der Roten Liste für Säugetiere, der für Reptilien und für Amphibien, gibt es auch eine Aufzählung der gefährdeten Brutvögel in Deutschland, die vom „Nationalen Gremium Rote Liste Vögel“ alle 6 Jahre erstellt wird. Insgesamt brüten 259 heimische Vogelarten im Land, und nahezu jede zweite (43 %, Quelle: Nabu) steht auf der Roten Liste. Damit setzt sich der negative Trend aus den Vorjahren fort. Vor allem in der Kategorie „vom Aussterben bedroht“ kam es zu einem Anstieg. Trotz langjähriger Schutzmaßnahmen erholen sich zum Beispiel die Zahlen der Uferschnepfe, der Großtrappe oder des Auerhuhns nicht. Wiesenvögel sind allgemein besonders bedroht. Neben diesen negativen Entwicklungen gibt es auch einige wenige Lichtblicke: So wurde der Weißstorch in die Vorwarnliste heruntergestuft, und auch die Bestände von Steinkauz, Gartenrotschwanz und Wendehals haben sich etwas erholt.

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