Bluthänfling – Geflügelter Unkrautjäter

Bluthänfling – Geflügelter Unkrautjäter

Unkraut jäten ist für uns Menschen eine Last, der Bluthänfling oder Hänfling hingegen findet so einen Großteil seiner Nahrung. Der hübsche Vogel ist daher leider vom Pestizideinsatz in der Landwirtschaft bedroht.

Aussehen

Der Bluthänfling ist sehr viel hübscher als sein Name vermuten lässt. Das Karminrot seiner Stirn und Brust macht sich gut neben seinem kastanienbraunen Rücken und dem graubraunen Kopf. Mit dem für Finken typischen kräftigen Schnabel und dem gegabelten Schwanz macht er eine gute Figur auf bunten Sommerwiesen. Blutrot, wie es sein Name vermuten lässt, sind allerdings nur die Männchen. Die Weibchen sind durchgehend dunkelbraun gefärbt und genau wie die Männchen etwa 13 Zentimeter groß. Der Bluthänfling ist übrigens nicht deswegen ein Hänfling, weil er klein ist: Seinen Namen kann man auf seine Vorliebe für Hanf-Samen zurückführen. Manchmal wird er auch schlicht „Hänfling“ genannt.

Vorkommen

Der Bluthänfling hat ein überaus großes Verbreitungsgebiet. Bis auf den hohen Norden lebt er in ganz Europa, Nordafrika und in Teilen Asiens. Hier in Mitteleuropa lebt er als Standvogel. Sein bevorzugter Lebensraum sind Busch- und Heckenlandschaften im Tiefland, aber auch kleinere Wälder, Weinberge und Siedlungsränder. Sogar in die Stadt zieht es den Bluthänfling in den letzten Jahren, wo er sich in Parks, Kiesgruben oder Gleisanlagen aufhält. In der freien Natur verspeist der Bluthänfling am liebsten das, was andere als Unkraut betrachten: Sauerampfer, Knöterich, Butterblume und Löwenzahn zählen zu seinen Lieblingsspeisen. Da das aber genau die Pflanzen sind, die wir von unseren Äckern und Gärten verbannen, ist das zukünftige Fortbestehen des Bluthänflings gefährdet. Obwohl er im Moment noch nicht so eingestuft wird, könnte ihm der Pestizideinsatz und das Unkrautjäten schon bald Probleme bereiten.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Wegen seines zwitschernden, stakkato-artigen Gesangs wurde der Bluthänfling früher auch als Ziervogel gehalten. Kein Wunder: Er singt schön, gerne auch im Chor, sieht gut aus und ist überaus gesellig. Außerhalb der Balz lebt er in großen Schwärmen, im Winter auch zusammen mit anderen Finken wie Girlitz oder Stieglitz. Gemeinsame Nahrungssuche und gegenseitiges Putzen oder Kraulen gehören bei den Bluthänflingen zur Gruppendynamik. Da der Bluthänfling überaus gerne badet, könnt ihr ihn mit einer Vogeltränke in euren Garten locken. Vielleicht könnt ihr ja auch ein bisschen Unkraut für ihn stehen lassen. Dem Bluthänfling macht das Jäten sowieso mehr Freude.

Foto: Jean-Jacques Boujot / flickr.com (CC BY-SA 2.0)

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