Die Elster – Diebisch oder hochintelligent?

Die Elster – Diebisch oder hochintelligent?

Die Elster hatte es in der Vergangenheit nicht leicht. Ihr hängt schon lange der Ruf nach, eine clevere Diebin zu sein und als Nesträuberin kleinere Singvogelarten auszurotten. Höchste Zeit, den spannenden Vogel in das richtige Licht zu rücken!

Aussehen

Die Elster ist eine typische Vertreterin der Rabenvögel. Ihr Gefieder ist vorrangig schwarz, mit weißen Bereichen an Bauch, Brust und den Handschwingen. Bei hellem Tageslicht schimmert ihr Gefieder häufig metallisch blau oder grünlich. Mit den 40 bis 50 cm Körperlänge ist die Elster etwas kleiner als eine Krähe. Die Hälfte davon gehört zum langen, gestuften Schwanz des Vogels.

Der Gesang der Elster ist eher unauffällig. Stößt sie jedoch einen Warnruf aus, sind die schnell aufeinander folgenden Laute gut zu hören.

Vorkommen

Die Vogelart ist auf der ganzen Welt weit verbreitet. Elstern leben in flachen Landschaften, in hügeligen Gegenden und Gebirgen. Häufig findet man sie in der Nähe von Siedlungen, Parks und Gärten. In dichten Wäldern wiederum ist der Vogel seltener unterwegs. Die Elster ist ein typischer Standvogel, der meist in gemeinsamen Nestern mit anderen Artgenossen zusammen überwintert.

Verhalten und Wissenswertes

Den Ruf als „diebische Elster“ erhielt der Vogel wohl aufgrund seiner hohen Intelligenz und Neugierde. Der IQ einer Elster ist mit dem eines Menschenaffen vergleichbar. Elstern suchen jedoch nicht nach glitzernden Gegenständen, die sie stehlen können, sondern vielmehr nach Nahrung und Material für den Nestbau.

Bezogen auf die Nahrungssuche ist die Elster nicht sehr wählerisch. Sie sammelt Würmer, Insekten, Spinnen, Schnecken, Früchte, Abfälle und Samen sowie Vogeleier und kleine Säugetiere. Ihre Nahrung lagert sie in kleinen Erdmulden, und erinnert sich später genau, wo sich das Depot befindet. Aufgrund der genannten Jung- und Kleintiere, die immer mal wieder auf ihrer Speisekarte stehen, ist die Elster bei uns eher unbeliebt. Ihr wird nachgesagt, eine Bedrohung für kleinere Singvögel zu sein. Die Zahlen der Angriffe auf fremde Vogelnester sind jedoch so gering, dass sie keinen Einfluss auf die Population einer Vogelart haben. Wie ihr eure Gartenvögel trotzdem vor Nesträubern schützen könnt, erfahrt ihr auf unserem Blog zu diesem Thema.

Elsternpaare bleiben ein Leben lang zusammen. Sie bauen gemeinsam ein großes, sperriges Nest in eine Baumkrone, das von einer Kuppel aus Ästen überdacht ist und in dem 4 bis 8 grünliche Eier mit dunklen Flecken ausgebrütet werden. Anschließend ziehen Männchen und Weibchen die Jungtiere gemeinsam auf.

 

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