Habichtsadler – Superheld unter den Greifvögeln

Habichtsadler – Superheld unter den Greifvögeln

Der Habichtsadler scheint alles und noch ein bisschen mehr zu können. Vor allem in Spanien mischt das elegante Flugtalent die Tierwelt ordentlich auf.

Aussehen

Besonders im Sitzen fällt die schlanke Gestalt des mittelgroßen Habichtsadlers auf. Er kann bis zu 72 Zentimeter lang werden, seine Flügelspannweite beträgt 145 bis 175 Zentimeter. Weibchen sind stets ein wenig größer und schwerer als die Männchen.

Unseren Vogel der Woche erkennt ihr an seiner dunkelbraunen Oberseite mit dem großen, weißen Fleck auf dem Rücken. Im Kontrast dazu fällt die leuchtend weiße, nur schwach gestrichelte Unterseite auf. Der auffallend lange, schwarzbraune Schwanz zeigt eine breite, dunkle Endbinde. Am verhältnismäßig kleinen Kopf sorgen der graublaue Schnabel und die goldgelben Augen für Farbeffekte. Die langen Beine schließen mit kräftigen, gelben Füßen ab.

Vorkommen

Das europäische Verbreitungsgebiet umfasst südliche Länder wie Spanien (hier lebt ein Großteil der Population), Süditalien, Griechenland und die Türkei. Außerdem kommen Habichtsadler in Nordwestafrika, ganz Indien und bis nach Südostchina vor.

Ihr Lebensraum besteht aus trockenen Gebirgen ohne Waldbewuchs. Aber auch geringe Waldbedeckung kommt in Frage, wenn zusätzlich steile Felswände vorhanden sind. Inseln, deren Landschaft größtenteils felsig ist, bilden ebenfalls einen guten Lebensraum für Habichtsadler.

Ein ganz besonderes Projekt für den schönen Greifvogel findet auf Mallorca statt und heißt „Life Bonelli“ (die Art wurde vom italienischen Forscher Professor Bonelli entdeckt). In den 1970er Jahren starben die Habichtsadler auf der Urlaubsinsel aus. Nun sollen sie wiederangesiedelt werden, vier Paare brüten bereits erfolgreich.

Verhalten und Wissenswertes

„Der Habichtsadler vereint die Schnelligkeit des Falken mit der Gewandtheit des Sperbers, den Muth des Adlers mit der Blutgier des Habichts.“ (Illustriertes Thierleben. Eine allgemeine Kunde des Thierreichs von A. E. Brehm, 1866)

Obwohl diese Einschätzung vor über 150 Jahren niedergeschrieben wurde, scheint sie nicht an Aktualität verloren zu haben. Mit seiner schlanken Gestalt und dem schnellen Flug erinnert unser Vogel der Woche an einen Falken. Andererseits ähnelt sein Ruf dem des Habichts und auch seine Jagdweise erinnert an den kleineren Verwandten. Und wer schon mal einen Sperber bei der Jagd beobachtet hat, fühlt sich angesichts der gewagten Flugmanöver des Habichtsadlers sofort daran erinnert.

Das große Können dieses seltenen Adlers bekommen die verschiedensten Tiere schmerzhaft zu spüren. Seine Nahrung besteht zu 60% aus Vögeln (meist Tauben, Rabenvögel und Wildhühner). Auch Wildkaninchen, Hasen, Reptilien und kleine Säugetiere verschmäht der tagaktive Greifvogel nicht. Er hält im Suchflug oder von einem Ansitz aus nach Beute Ausschau. Hat er etwas erspäht, schießt er mit geschlossenem Schwanz und halb angelegten Flügeln darauf zu.

Bei der Brut sind Horstplätze mit guter Aussicht in die Umgebung das A und O. Felsvorsprünge stehen hoch im Kurs, seltener brüten die stolzen Vögel auf Bäumen. Habichtsadler brüten nur einmal im Jahr, in der Zeit zwischen Februar und März. Meistens legt das Weibchen zwei Eier, aus denen nach circa 40 Tagen die Jungen schlüpfen.

Foto: Francesco Veronesi (CC BY-SA 2.0)

Diesen Artikel empfehlen

Diskutieren Sie über diesen Artikel