Jungfernkranich – Eleganter Bodenbrüter

Jungfernkranich – Eleganter Bodenbrüter

Der Jungfernkranich ist etwas kleiner und zarter gebaut als der Eurasische Kranich. Hier erfahrt ihr mehr über unseren Vogel der Woche.

Aussehen

Von den 15 Kranich-Arten ist der Jungfernkranich der kleinste Vertreter. Er wird 85 bis 100 Zentimeter groß und erreicht eine Flügelspannweite von 165 bis 185 Zentimetern. Das Körpergefieder ist bläulich grau, mit dunkleren Partien an den Handschwingen. Die Armschwingen sind schwarz, werden jedoch von den den langen, blassgrauen Flügeldecken verborgen. Von der Brust zieht sich eine schwarze Färbung den schlanken Hals hinauf. Auch die Kehle, das Gesicht und der Hinterkopf sind schwarz. Hinter den roten Augen setzt jeweils ein Büschel langer, weißer Federn an. Das Scheitelgefieder ist ebenfalls weiß. Der kräftige, helle Schnabel ragt spitz und gerade nach vorn. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nicht sichtbar voneinander.

Vorkommen

Das Brutgebiet der Jungfernkraniche reicht von Südosteuropa über Zentralasien bis in die Mongolei und nach Nordostchina. Den Winter verbringen sie hauptsächlich in Afrika und Indien.

Der Lebensraum besteht meist aus leicht hügeligen, offenen Steppen und Halbsteppen. Die Vegetation ist niedrig und besteht aus Kräutern und ähnlichen Pflanzen. Oft findet sich ein See oder ein anderes Gewässer in der Nähe des Brutplatzes. In Indien besiedelt die Art auch Sümpfe, Flussbetten und Reisfelder.

Verhalten und Wissenswertes

Bereits im Alten Ägypten hielten sich die Menschen Jungfernkraniche als Ziergeflügel. Hinweise darauf fand man in verschiedenen Gräbern aus der Pharaonenzeit. Später hielten sich auch die Römer Jungfernkraniche als Hausvögel. Sie sollten die Bewohner mit ihrem Trompeten-Ruf vor Raubtieren und Greifvögeln warnen.

Unser Vogel der Woche ernährt sich größtenteils pflanzlich, zum Beispiel von Samen und Getreide. In der Brutzeit kommt tierische Nahrung wie Käfer, Würmer, Schnecken, Frösche und Eidechsen hinzu.

Ein Jungfernkranich wird im Alter von zwei bis drei Jahren geschlechtsreif. Er geht eine monogame Bindung ein, die über mehrere Jahre bestehen kann. Das Nest ist eine flache Mulde zwischen höheren Gräsern. Meist legt das Weibchen zwei Eier, in seltenen Fällen auch drei. Sie müssen einen knappen Monat lang bebrütet werden. Diese Aufgabe übernimmt größtenteils das Weibchen, während das Männchen in der Umgebung Wache hält. Bei Gefahr erhebt sich der brütende Vogel unauffällig vom Nest, entfernt sich ein Stück und fliegt dann auf, um den Feind abzulenken. Sind die Jungen geschlüpft, können sie nach einer Woche selbstständig auf Nahrungssuche gehen. Bis sie flügge sind, dauert es 55 bis 65 Tage.

Foto: Imran Shah ( CC BY-SA 2.0 )

Diesen Artikel empfehlen

Diskutieren Sie über diesen Artikel