Sächsisches Vogelparadies: Die Eschefelder Teiche

Sächsisches Vogelparadies: Die Eschefelder Teiche

Die Eschefelder Teiche sind ein Naturschutzgebiet bei Frohburg, auf halber Strecke zwischen Leipzig und Chemnitz. Besonders zur Brut- und Rastzeit kommen Vogelbeobachter hier auf ihre Kosten.

Frühere Fischteiche

Das Gebiet besteht aus acht Teichen und erstreckt sich auf einer Fläche von 270 Hektar. Man merkt es den Gewässern zwar auf den ersten Blick nicht an, aber sie haben eine lange Geschichte hinter sich. Man legte sie im 15. und 16. Jahrhundert an, um das Rittergut Frohburg mit Fisch zu versorgen. 1544 baute ein neuer Besitzer das Rittergut zum Schloss um. Es ist heute noch erhalten und beherbergt ein Museum. Wer also nicht nur Vögel beobachten, sondern auch in die Geschichte der Region eintauchen will, kann im Schloss einen Zwischenstopp machen.

Die Teiche erhalten ihr Wasser durch Regen und über eine Rohrleitung, aus der Wasser aus dem Fluss Wyhra gepumpt wird. Vor einigen Jahren litt das Gebiet leider unter Wasserknappheit, die Brutzahlen gingen zurück. 2018 wurde deshalb tonnenweise Schlamm aus dem größten Teich gebaggert, um mehr Platz zu schaffen. Außerdem entstanden zwei neue Brutinseln. Gerade die Schwarzkopfmöwen und Schwarzhalstaucher sind auf solche Inseln angewiesen. Sie müssen von genug Wasser umgeben sein, damit Räuber wie Waschbären und Marderhunde die Inseln nicht erreichen können. Auch die eher marode Wasserleitung hat der Landkreis Leipzig erneuert.

Die Vogelwelt der Eschefelder Teiche

Die Eschefelder Teiche sind ziemlich nährstoffreich. Sie zeichnen sich durch viele Wasserpflanzen, eine dichte Röhrichtzone und Schlammbänke aus. All das sind natürlich gute Bedingungen für ein breites Feld an Vogelarten. Insgesamt wurden bisher etwas 250 nachgewiesen. Typisch ist eine Lachmöwenkolonie auf dem größten der acht Seen. In dem lauten Durcheinander der Kolonie finden auch Schwarzhalstaucher und Schwarzkopfmöwen Schutz. Zu den wichtigsten Brutvögeln gehören Rohr– und Zwergdommeln, Rohrweihen, Schilfrohrsänger, Beutelmeisen, Bartmeisen und Blaukehlchen. All diese Arten könnt ihr am besten zwischen April und Anfang Juni beobachten.

Zur Zugzeit rücken andere Arten in den Vordergrund. Fischadler und Seeadler sind regelmäßige Gäste, die in den Gewässern Nahrung erbeuten. Außerdem finden sich Sumpfseeschwalben sowie Sturm– und Zwergmöwen ein. Eine weitere interessante Gruppe sind rastende Limikolen. Dazu zählen vor allem Kiebitze, Flussregenpfeifer, Große Brachvögel, Bekassinen, Grünschenkel, Waldwasserläufer und Kampfläufer. Seltener kann man Sumpfläufer, Graubruststrandläufer, Teichwasserläufer und Odinshühnchen erspähen.

Eine besondere Naturschutzstation

In einem Vierseitenhof aus dem Jahr 1780 betreibt der NABU eine Naturschutzstation, das Teichhaus Eschefeld. Besucher finden hier verschiedene Ausstellungen und eine Umweltbibliothek. Am 27. September um 17 Uhr startet außerdem eine Abendexkursion zu den Eschefelder Teichen. Ebenfalls interessant: Die Station verfügt über eine eigene kleine Imkerei mit Honigverkauf. Der Honig stammt von fünf Bienenvölkern, die auf den Blühwiesen der Station zu Hause sind.

 

Titelfoto:Jwallerh (Lizenz CC BY 3.0)

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