Zwillingsarten: Wer ist hier wer?

Zwillingsarten: Wer ist hier wer?

Das Phänomen der Zwillingsarten ist in der Natur weit verbreitet. Es beschreibt Arten, die sich äußerlich stark ähneln und meist sogar identische Lebensräume besiedeln. Auch bei Vögeln gibt es solche Artenpaare, die nur von sehr geübten Beobachtern unterschieden werden können.

Nicht derselbe Vogel

Vergleicht man zwei Fotos von Zwillingsarten miteinander, ist man geneigt, beide einer Art zuzuordnen. Jedoch existieren kleine aber feine Unterschiede, die zum Beispiel dazu führen, dass sich die Vögel nicht miteinander paaren. Sie besitzen verschiedene Chromosomenzahlen und unterscheiden sich unter physiologischen, ökologischen, ethologischen oder biochemischen Aspekten voneinander. Häufig kann man die Vögel am Gesang auseinander halten. Wir haben 5 typische Zwillinge unter den Vögel herausgesucht und sie miteinander verglichen.

Sumpf- und Weidenmeise

Sumpfmeisen kommen bei uns deutlich häufiger vor. Ihre schwarze Kopfplatte ist eher glänzend, während die der Weidenmeise matt ist. Weidenmeisen haben hellere Armschwingen und einen etwas größeren dunklen Kinnfleck. Außerdem unterscheiden sich die beiden Vogelarten im Gesang. Mehr zur Unterscheidung von Meisen lest ihr auf dem Blog.

Weidenmeise                                 Sumpfmeise

Nachtigall und Sprosser

Der Sprosser ähnelt unserer heimischen Nachtigall stark, weswegen auch diese beiden zu den Zwillingsarten zählen. Dass er hier jedoch nicht so bekannt ist, liegt an seinem östlicheren Brutgebiet. Die Federn der Nachtigall sind eher rostbraun, während der Sprosser ein kühleres graubraun gefärbtes Federkleid trägt. Anders als die weiße Kehle der Nachtigall besitzt der Sprosser hier eine dunkle Zeichnung. Dazu unterscheiden sich die Warnrufe der beiden Vögel voneinander.

Nachtigall                                    Sprosser

Sumpfrohrsänger und Teichrohrsänger

Zum verwechseln ähnlich sehen sich die beiden Rohrsängerarten. Beim genauen Hinsehen fällt jedoch auf, dass der Teichrohrsänger eine flachere Stirn und einen längeren und spitzeren Schnabel besitzt. Der weiße Augenring ist beim Sumpfrohrsänger stärker ausgeprägt. Außerdem sind die Beine eher hellgelb und leicht rosa, während die des Teichrohrsängers braun bis grau sind.

Sumpfrohrsänger                        Teichrohrsänger

Gartenbaumläufer und Waldbaumläufer

Gartenbaumläufer halten sich gern in Ortschaften, Gärten und Parkanlagen auf, während der Waldbaumläufer ruhige Nadel- und Mischwälder bevorzugt. Um die Arten zu unterscheiden, sollte man auf den Schnabel achten: Dieser ist beim Gartenbaumläufer etwas länger. Außerdem ist die Oberseite des Vogels etwas dunkler und stärker gestreift. Der Bauch des Waldbaumläufers ist rein weiß, und die Kralle der Hinterzehe ist etwas länger als die des Gartenbaumläufers.

Gartenbaumläufer                         Waldbaumläufer

Baumpieper und Wiesenpieper

Wiesenenpieper haben im Vergleich zum Baumpieper einen eher zierlichen Schnabel und stärker ausgeprägte Streifen am Rücken und den Seiten. Wenn man die Vögel im Flug betrachtet, fällt auf: Der Baumpieper fliegt gleichmäßig und ruhig, während die Bewegung des Wiesenpiepers eher ruckartig wirkt.

Baumpieper                                Wiesenpieper

Foto Sprosser: Andrey Gulivanov, Lizenz CC BY 2.0

Foto Waldbaumläufer: hedera.baltica, Lizenz CC BY-SA 2.0

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