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Vogel der Woche Vogelwelt

Rebhuhn: Aussterbendes Jagdtier

Rebhuhn: Aussterbendes Jagdtier

Bereits in der Antike wurde es oftmals erwähnt und ist nun Vogel des Jahres 2026, doch trotz dieser Ehrungen gilt es in Europa als stark gefährdet: das Rebhuhn.

Aussehen

Wie die meisten Hühnervögel hat das Rebhuhn eine gedrungene Gestalt und kurze Beine. Von Weitem betrachtet ist es mit seinem monoton graubraunen Gefieder gut getarnt. Bei näherem Hinsehen springt vor allem der rot gefärbte Kopf ins Auge.Dieses rot, das ich auch in den runden Schwanzfedern widerspiegelt, ist beim Männchen stärker ausgeprägt als beim Weibchen, wie auch der charakteristische dunkelbraune Bauchfleck.Mit nur 30 Zentimetern Größe ist das Rebhuhn deutlich kleiner als seine Artverwandten Auerhuhn und Birkhuhn.

Vorkommen

Das Rebhuhn ist ein typischer Standvogel der Steppen und Heidelandschaften Europas und Asiens. Am liebsten bewohnt es Felder und Wiesen sowie Acker- und Brachflächen. Zur Tarnung braucht es Hecken, Büsche und Stoppelfelder in seiner Umgebung.

Obwohl der weltweite Bestand bisher von der IUCN nicht als gefährdet eingestuft wird, gilt das Rebhuhn in Europa als bedroht. Der Bestand ist zwischen 1970 und 1990 rapide zurückgegangen. Hauptursache ist  das zunehmende Vordringen der Landwirtschaft in den Lebensraum des Rebhuhns. In Deutschland ist der unscheinbare Hühnervogel auf der Roten Liste als stark gefährdet geführt. Vermutlich gibt es hier heute nicht mehr als 60.000 Brutpaare. In seinen ursprünglichen Verbreitungsschwerpunkten wie dem Rhein-Main-Gebiet und den Feldlandschaften Sachsens ist es mittlerweile fast völlig verschwunden. Und nicht nur die Landwirtschaft birgt Gefahren für das Rebhuhn: Als Bodenvogel ist es zudem stark von Fressfeinden wie Füchsen, Greifvögeln wie dem Habicht, Krähen, Mardern und Katzen bedroht. Schutzmechanismen hat der kleine Vogel kaum: Abgesehen von Tarnung und Flucht, kann er sich höchstens bei Gefahr flach auf den Boden drücken – ein unzureichender Schutz gegen einen hungrigen Habicht! Auch das Nest, gelegt in eine Mulde am Boden, ist schlecht gegen Feinde gesichert. Abgesehen davon führen beim Rebhuhn schneereiche Winter oder Dürreperioden zu hoher Sterblichkeit. Und schließlich hat das Rebhuhn doch etwas mit dem Moorhuhn gemein: Trotz des Bestandsrückgangs wurde es nach wie vor nicht völlig aus dem Jagdrecht entlassen. Vor Jägern muss es sich also auch noch schützen.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Zum Glück der Vogelbeobachter sind Rebhühner am Tag und in der Dämmerung am aktivsten. Trotzdem sind sie aufgrund ihrer guten Tarnung meist schwer zu sehen. Die besten Chancen habt ihr auf die Sichtung eines Familienverbands von 5 bis 15 Vögeln. Diese kann man zum Beispiel auf der Suche nach Sämereien, Wildkräutern und Getreidekörnern oder bei ihren regelmäßigen Staubbädern beobachten. Der Ruf des Rebhuhns ist am lautesten in der Balz im März und April. Namensgebend war übrigens der Ruf des Rebhuhns beim Auffliegen: ripripriprip.

Dass das Rebhuhn  als Jagdtier schon lange einen Einfluss auf den Menschen hat, sieht man an seiner Rolle in Fabeln, Märchen und Geschichten. Gast ist das Rebhuhn deswegen bei Ovid und Äsop, in den Märchen aus Tausendundeiner Nacht und bei den Gebrüdern Grimm. Doch auch wenn es in diesen Geschichten überlebt: Auch das echte Rebhuhn braucht unseren Schutz.