Fünf Tipps zur Vogelfotografie

Christian Kolbe 6. November 2013 1 Kommentar zu Fünf Tipps zur Vogelfotografie
Fünf Tipps zur Vogelfotografie

Tipps zur Vogelbeobachtung geben wir hier regelmäßig. Wo, wann und wie lassen sich welche Vögel am besten beobachten und was muss dabei beachtet werden? Aber richtig schön wird das Erlebnis Vogelbeobachtung erst, wenn man diese Momente festhalten und später mit anderen teilen kann. Wer keine Leinwand und Farben mit auf Tour nehmen möchte oder mit Pinsel und Stift nicht ganz so begabt ist oder wer einfach die Original-Situation konservieren möchte, der fotografiert die Vögel in der Natur. Damit das gelingt, haben wir heute die fünf wichtigsten Tipps zur Vogelfotografie zusammengefasst.

1. Vogelkenntnis zahlt sich aus!

Wer schon länger beruflich oder hobbymäßig Vögel beobachtet, hat schon gewonnen! Denn nichts ist beim Vögel fotografieren wichtiger, als seine Fotomotive zu kennen. Und „kennen“ bedeutet in diesem Fall deutlich mehr als nur „erkennen“. Wer wirklich hochwertige und aussagekräfite Bilder von Vögeln haben möchte, muss ihr Verhalten kennen. Wo halten sie sich auf? Wo nisten sie? Was fressen sie? Wann sind sie aktiv? Haben sie besondere Eigenarten? Sind sie scheu oder aktiv bis aggressiv? Je mehr man darüber weiß, desto besser kann man sich auf den Vogel einstellen. Man kann Ausschau nach dem entsprechenden Vogel in der entsprechenden Situation halten. Die Wahrscheinlichkeit, ein schönes Fotomotiv zu finden, steigt dadurch enorm.

2. Ortskenntnis zahlt sich aus!

Wenn man in Erfahrung gebracht hat, wo sich welche Vögel besonders gerne aufhalten, liegt der nächste Schritt auf der Hand: Man muss wissen, wo solche Orte sind. Auch hier gilt: Je mehr Details, desto besser. Es reicht nicht aus, zu wissen, dass Vögel gerne auf Bäumen sitzen und wo solche Bäume stehen. Viel wichtiger ist: Wo gibt es Nistplätze für die Vögel? Wo sind ihre Nahrungsstätten? Wohin ziehen sie sich zurück? Das gilt für Stand- und Zugvögel gleichermaßen. Beide Vogeltypen haben bevorzugte Plätze, die es zu finden und zu merken gilt. Auch hier zeigt sich also wieder: Passionierte Vogelbeobachter sind klar im Vorteil. Aber keine Sorge! Auch Anfänger und Hobbyfotografen können gute Bilder schießen. Dabei gilt jedoch gleichermaßen der Grundsatz „Information gewinnt“. Vor dem Fotografieren sollte die Umgebung auf jeden Fall nach möglichen Aufenthaltsorten von Vögeln erkundet werden. Und natürlich nach möglichen Verstecken für den Fotografen selbst!

3. Geduld und Ausdauer zahlen sich aus!

Hat man einmal einen Ort gefunden, an dem sich Vögel tummeln, sollte nicht wild drauf los geknipst werden. Vogelfotografie bedeutet ja nicht nur, einfach irgendwie irgendwelche Vögel zu fotografieren. Vogelfotografie bedeutet, einmalige Fotos zu schießen, besondere Situationen festzuhalten, qualitativ hochwertige Tier-Porträts zu schaffen. Es lohnt sich deshalb, sich während einer Foto-Session auf eine Vogelart, vielleicht sogar auf ein oder zwei bestimmte Vogel-Exemplare zu konzentrieren. Wenn man ein Tier über einen langen Zeitraum beobachtet, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass es etwas besonders Fotografierenswertes tut. Außerdem lernt ihr den Vogel so besser kennen und könnt euch auf das einstellen, was er tut. Bleibt also hartnäckig und lasst euch nicht entmutigen, wenn ihr nach einer halben Stunde noch nicht das perfekte Foto erwischt habt!

4. Fotografieren von groß nach klein!

Der nächste Tipp klingt erstmal ungewohnt: Fangt groß an! Genauer gesagt groß und langsam. Vögel sitzen selten still und unbewegt herum. Sie bewegen sich, sie laufen, schwimmen, fliegen. Bewegung macht Bilder erst so richtig interessant – aber eben auch deutlich komplizierter zu fotografieren. Generell gilt die Faustregel „kleine Vögel bewegen sich schneller als große“. Es ist deshalb deutlich leichter, einen Bussard im Segelflug zu fotografieren als einen Mauersegler, der um die Häuser zischt. Außerdem kommen Vögel selbstverständlich schwimmend auf dem Wasser langsamer voran als fliegend in der Luft. Für den Einstieg lohnt es sich also, schwimmende Vögel oder große Gleiter zu fotografieren und sich dann zu den kleineren, wendigeren „vorzuarbeiten“. Aus technischer Sicht ist außerdem zu beachten: Je kleiner und schneller der Vogel, desto kürzer die Belichtungszeit.

5. Situationen lassen sich erzeugen!

Man kann seinem Glück auch auf die Sprünge helfen – Vögel lassen sich anlocken! Das einfachste Mittel dafür sind kleine Äste und Stöcke. Auf solchen rasten Vögel gerne, um sich zu putzen oder die Umgebung auszukundschaften. Besonders auf Wasserflächen finden sie einen sicheren Rückzugsort. Es lohnt sich deshalb, auf einem kleinen See oder Teich einige Äste auszusetzen und treiben zu lassen. Ein Vogel wird sich sicher darauf niederlassen! Aber auch auf Feldern und Wiesen könnt ihr Äste in den Boden stecken. Vor allem, wenn die Wiese nicht umzäunt ist und sich die Vögel nicht auf Pfähle setzen können, ist dieser Schritt immer eine Überlegung wert. Wichtig ist dabei aber, den Ast in einiger Distanz zum eigenen Versteck aufzustellen, damit man den Vogel nicht durch Bewegungen verscheucht.

Weitere Informationen

Das waren fünf grundlegende Tipps zur Vogelfotografie. Wie jede Form des Fotografierens ist natürlich auch die Vogelfotografie eine Kunst, bei der es noch viel mehr Tipps und Tricks gibt. Wer sich noch detaillierter auch mit den technischen Kniffen befassen möchte, dem sei hier das „Handbuch der Vogelfotografie“ ans Herz gelegt. Auf 380 Seiten beschreiben die Autoren mit viel Liebe zum Detail und zahlreichen Praxisbeispielen, wie man zum perfekten Vogelfoto kommt. Das Buch ist im Mai 2013 beim dpunkt.Verlag erschienen und bei amazon für 44,90€ erhältlich.

Foto: © berggeist007 / pixelio.de

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1 Kommentar

  1. Christian Kolbe 3. Juni 2014 um 10:16 Uhr

    Hello ImageSelect. Unfortunately, I don’t speak Dutch. If you could send your request in English again, that’d be great!

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