Vogelbeobachtung in Deutschland: Unterwegs in Thüringen

Vogelbeobachtung in Deutschland: Unterwegs in Thüringen

Mitten im Herzen Deutschlands liegt das Zuhause zahlreicher Brut- und Zugvogelarten: Das Bundesland Thüringen ist für jeden Vogelbegeisterten eine Reise wert. Denn rund ein Drittel der Fläche wird von den acht verschiedenen Nationalen Naturlandschaften gebildet. Solche „Wildnisgebiete“ bieten Besuchern, die sich an die Regeln des Naturparks halten, ein ganz besonderes Erlebnis.

Der Kyffhäuser Naturpark in Thüringen

Der Naturpark Kyffhäuser mit dem Kyffhäusergebirge liegt im Norden von Thüringen an der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Hier vereinen sich verschiedene geografische Landschaften: Buchenwälder, Halbtrockenrasen, Salzwiesen und Gewässer wie die Talsperre Kelbra oder der Süße und Salzige See mit ihren großen Röhrichtbeständen bieten zahlreichen Vogelarten einen Lebensraum. Mitunter lassen sich  Schwarzhalstaucher, Rohrdommel, Bienenfresser, Schwarzstorch und Sperbergrasmücke beobachten.

An der Wasserfläche der Talsperre Kelbra, die Teil des Gebietes „Goldene Aue“ ist und sich im Norden des Naturparks befindet, rasten jedes Jahr tausende Kraniche auf ihrem Vogelzug. Am besten kann man die Vögel vom Kranichturm aus beobachten, der sich an der Südseite des Stausees befindet. Doch auch vom Beobachtungsturm an der Ostseite haben Vogelbegeisterte einen tollen Panoramablick über die Landschaft. Dabei ist nicht nur der See interessant: Auch die angrenzenden Schilf- und Wiesenflächen bieten rund 300 verschiedenen Vogelarten ein dauerhaftes oder zeitweises Zuhause. Mit etwas Geduld lassen sich zum Beispiel Wachtelkönig, Bekassine und Kiebitz beobachten. Das Gebiet wurde als bedeutsamer Brut- und Rastplatz zum europäischen Vogelschutzgebiet erklärt.

Thüringer Wald

Der Thüringer Wald mitten im Herzen des Bundeslandes ist ein typisches Kammgebirge. Hier, in den Höhenlagen auf bis zu 983 Metern, sind einige für Bergwelten typische Vogelarten zu finden. So fühlen sich beispielweise Sperlings– und Raufußkauz, Schwarzspecht, Schwarzstorch, Wanderfalke und Tannenhäher wohl. In den Fichtenwäldern lassen sich Fichtenkreuzschnabel und Wintergoldhähnchen beobachten. Außerdem tummeln sich an den kleinen Bächen zahlreiche Wasseramseln. Die Höhlen in den Felsen des Gebirgskammes nutzt der Uhu zum Brüten. Zwischen 25 und 30 Paare leben aktuell im Thüringer Wald.

Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

Südöstlich vom Thüringer Wald liegt der Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale. Die Landschaft ist durch ausgedehnte Plateaulagen gekennzeichnet, die immer wieder von tief eingeschnittenen Tälern unterbrochen werden. Denn ähnlich wie im Thüringer Wald leben auch hier für Mittelgebirge typische Vogelarten. Außerdem befindet sich im östlich gelegenen Naturraum „Land der Tausend Teiche“ das größte Teichgebiet Thüringens. Hier leben Bekassinen, Eisvögel, Spechtarten und Rotmilane sowie zahlreiche andere Vogelarten.

Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal in Thüringen

Im Nord-Westen Thüringens entlang der Ländergrenze zu Hessen liegt der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal. Drei verschiedene Naturräume gehören zum Naturpark: Obereichsfeld mit den tiefeingeschnittenen Tälern und Plateau-Ebenen, der Nationalpark Hainich mit seinem einzigartigen Buchenhochwald sowie das Werratal mit tiefliegenden Auen im Tal und den Werrahängen, an denen Obstkulturen und Streuobstwiesen wachsen. Vogelbegeisterte können hier unter anderem Uhu, Bekassine, Schwarzstorch, Braunkehlchen, Neuntöter, Raubwürger, Wachtelkönig, Kiebitz, Wanderfalke und Rotmilan entdecken.

Ihr kennt weitere Orte für eine Vogelbeobachtung in Thüringen? Teilt sie uns gern in den Kommentaren mit!

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