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Naturwelt Vogelwelt

Wie bauen Vögel ihre Nester – und warum so unterschiedlich? 

Wie bauen Vögel ihre Nester – und warum so unterschiedlich? 

Ob kunstvoll geflochten, in einer Baumhöhle versteckt oder als einfache Mulde im Boden:  Vogelnester sind so vielfältig wie ihre Erbauer. Jede Vogelart entwickelt eine arttypische Bauweise,  die optimal an ihren Lebensraum und ihre Lebensweise angepasst ist. Das Nest dient dabei vor  allem einem Zweck: Es bietet den Eiern und später den Jungvögeln einen geschützten Ort zum  Ausbrüten und Aufwachsen. Doch warum unterscheiden sich die Konstruktionen so stark  voneinander? 

Nestbau: angepasst an Lebensraum und Lebensweise  

Vögel verwenden je nach Art unterschiedlichste Materialien wie Zweige, Gräser, Moos, Blätter,  Lehm, Federn oder sogar Spinnweben. Daraus entstehen mehr oder weniger komplexe Nester,  die den Nachwuchs vor Witterung, Fressfeinden und anderen Gefahren schützen. Welche  Bauweise gewählt wird, hängt vor allem vom Lebensraum und den Ansprüchen der jeweiligen  Vogelart ab. 

Die wichtigsten Nesttypen  

Je nach Vogelart lassen sich verschiedene Nestformen unterscheiden: 

Plattformnest: Eine lockere Ansammlung aus Zweigen oder Pflanzenmaterial, die auf Bäumen,  Felsen oder sogar auf dem Wasser errichtet wird. Typische Vertreter sind Schwäne und Tauben

Nestmulde: Eine flache, ausgescharrte Vertiefung im Boden, die mit Federn oder  Pflanzenmaterial ausgepolstert wird. Diese Bauweise findet sich beispielsweise bei Gänsen und  Enten

Baumhöhle:Einige Vogelarten nutzen natürliche Höhlen oder selbst gezimmerte Bruthöhlen in  alten Bäumen. Spechte schaffen solche Höhlen selbst, während Meisen häufig bereits  vorhandene Höhlen beziehen. 

Kugelnest: Diese geschlossenen Nester besitzen eine schützende Dachkuppel oder werden  kunstvoll aus Gräsern gewebt. Bekannte Nestbauer dieser Art sind Zaunkönige und Webervögel

Vögel als geschickte Handwerker  

Schon der Ornithologe Johann Friedrich Naumann, einer der Gründerväter der mitteleuropäischen  Vogelkunde, verglich die unterschiedlichen Nestbauer mit verschiedenen Handwerksberufen.  Mehl– und Rauchschwalben bezeichnete er beispielsweise als „Maurer“, da sie ihre Nester aus  Lehm und Erde errichten und das Material im feuchten Zustand miteinander verbinden – ganz  ähnlich wie beim Mauern. Gleichzeitig war Naumann bewusst, dass sich viele Vogelarten nicht  eindeutig einer einzigen „Handwerkszunft“ zuordnen lassen, da sie unterschiedliche  Baumethoden und Materialien kombinieren.