Die Kiebitzwiese in Nordrhein-Westfalen

Die Kiebitzwiese in Nordrhein-Westfalen

In diesem Naturschutzgebiet fühlen sich neben dem Kiebitz noch viele andere Vögel wohl. Ihr könnt die Kiebitzwiese auf verschiedenen Wanderwegen erleben. 

Der Natur zurückgegeben

Das Naturschutzgebiet Kiebitzwiese liegt im Kreis Unna in Nordrhein-Westfalen, wo Ruhrgebiet und Sauerland aufeinandertreffen. Eine wichtige Rolle spielt hier die Ruhr, deren Wasser das Land zu fruchtbarem Grünland macht. Saftige, grüne Wiesen und vereinzelte Gehölze prägen das Bild. Doch so lieblich sah es hier nicht immer aus. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts nutzte man den Fluss für Wasserbau und Elektrizitätsgewinnung. Er verlor seinen natürlichen Lauf, große Teile der Aue wurden trockengelegt. Mit der Ausweisung als Naturschutzgebiet im Jahr 2002 begann eine neue Zeit für die Kiebitzwiese. Sie wurde wiedervernässt und bekam eine Herde Heckrinder. Die erhalten als „natürliche Rasenmäher“ den offenen Charakter der Landschaft.

Die Vogelwelt der Kiebitzwiese

Die großen Feuchtwiesen und flachen Gewässer locken vor allem Wasser- und Watvögel an. Aber auch viele andere Arten sind hier vertreten – insgesamt wurden mehr als 160 nachgewiesen. Bei den Gänsen fallen vor allem die Kanadagänse auf, weniger zahlreich vertreten sind Nil– und Rostgänse. 2019 brüteten erstmals Weißstörche auf der Kiebitzwiese. Natürlich ist auch der namensgebende Kiebitz ein regelmäßiger Brutvogel auf „seiner“ Wiese. Eisvögel sind häufig vertreten, Neuntöter und Schwarzkehlchen gehören zu den selteneren Brutvögeln. Als rastende Arten tun sich vor allem Bekassine, Wald– und Bruchwasserläufer sowie Braunkehlchen und Wiesenschafstelze hervor. Im Winter kann man Pfeif– und Krickenten sowie Gänsesäger auf dem Wasser antreffen, während Wiesen– und Bergpieper dann die Wiese bevölkern.

Beobachtungstipps

Die Kiebitzwiese könnt ihr auf verschiedenen Wanderwegen erleben. Zunächst lohnt sich ein Besuch beim Beobachtungshügel, südlich der Werner-von-Siemens-Straße. Hier könnt ihr die Gewässer und Wiesen gut überblicken, wobei euch ein Fernglas gute Dienste leistet. Der knapp zwei Kilometer lange Wanderweg führt dann an der Wiese entlang nach Südwesten. Hier solltet ihr auf Gebirgsstelzen und im Winter auf Gänsesäger achten. Ihr kommt an einem Stauwehr vorbei und lauft danach am Ufer der Ruhr entlang. Hier habt ihr gute Chancen auf Eisvögel! Ein weiterer Wanderweg führt euch zum östlichen Teil der Wiese. In diesem Bereich brüten häufig Neuntöter und auch Eisvögel lassen sich gut beobachten. Die Wiese ist zur Brutzeit besonders spannend, aber dank der Durchzügler und Wintergäste immer einen Besuch wert!

Foto: Fin-den-der ( CC BY-SA 4.0 )

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